Nach der Landtagswahl: Region Heilbronn verliert Einfluss im Landtag
Eine politische Zäsur in der Region Heilbronn: Während die CDU überall Direktmandate zurückgewinnt, verdoppelt die AfD ihre Ergebnisse.
Alle drei Direktmandate an die CDU: Damit kehrt die Region zu einer langen Tradition zurück. Das Hoch der Grünen ist beendet, ihre Einbrüche bei den Erststimmen sind eklatant. Das liegt nicht nur an neuen Kandidaten. Gudula Achterberg sitzt seit vier Jahren im Landtag, Erwin Köhler seit fünf. Aber offenbar konnten sie mit ihrer Arbeit nicht überzeugen. Das liegt an Themen, aber auch an dem Schaden, den die Ampel hinterlassen hat. Gleichzeitig haben sich die Herausforderungen im Land geändert.
Dennoch, in den beiden Landkreis-Wahlbezirken bei den Zweitstimmen nur dritte Kraft nach CDU und AfD – das ist bitter. Es zeigt aber auch, dass die Grünen ebenfalls zur Tradition zurückkehren und eher für städtisches Klientel als für die ländliche Bevölkerung wählbar bleiben.
AfD in der Region Heilbronn über Landesergebnis
Die eigentliche Nachricht des Abends ist aber eine andere: Einer der Sieger der Landtagswahl in der Region wird nicht auf der Regierungsbank in Stuttgart sitzen. Während das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen die Schlagzeilen dominierte, entschieden sich viele Wähler einfach für die AfD. Die Partei verdoppelte in der Region nahezu ihr Ergebnis, liegt deutlich über dem landesweiten Ergebnis.
Wie weit es allerdings mit der Nähe zum Wähler her ist, bleibt fraglich, wenn anschließend der Ort der Wahlparty geheim bleibt.

Es geht viel Einfluss in der Landeshauptstadt verloren
Der Abend ist eine Zäsur im politischen Selbstverständnis der Region, dass die FDP nach Wunsch der Heilbronner Wähler den Sprung in Parlament geschafft hätte, ändert daran nichts. Auch die SPD wird wohl keinen regionalen Vertreter nach Stuttgart schicken. Die Zeiten, in denen die Sozialdemokraten hier um das Direktmandat kämpften, sind längst vorbei. Von den ehemals zehn Vertretern aus dem Stadt- und Landkreis werden es vermutlich vier nicht mehr in den Landtag schaffen. Damit geht viel Einfluss in der Landeshauptstadt verloren. Trotzdem haben die Bürger eines deutlich gemacht: Sie nutzen ihr demokratisches Recht. Knapp 70 Prozent Wahlbeteiligung sind ein wichtiges Signal.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare