BaWü-Check zur Landtagswahl: Wirtschaft und Wohnraum sind die wichtigsten Themen
BaWü-Check der baden-württembergischen Zeitungsverlage zeigt die Präferenzen der Bürger und die Herausforderungen für die nächste Landesregierung. Umstritten ist die Frage nach dem Umgang mit der AfD.
Gut zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg steigt die Spannung im Land. Beim aktuellen BaWü-Check der baden-württembergischen Zeitungsverlage zeigt sich, welche Erwartungen die Bürgerinnen und Bürger an die nächste Landesregierung haben – und wem sie am ehesten zutrauen, diese Erwartungen zu erfüllen. Dafür befragte das Institut für Demoskopie Allensbach im Februar 2026 1034 Bürger ab 16 Jahren in Online-Interviews. Das Ergebnis des BaWü-Checks ist repräsentativ.
Wirtschaft und Wohnraum sind die wichtigsten Themen für die Baden-Württemberger
Mehr als zwei Drittel der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger (68 Prozent) interessieren sich demnach für die Landtagswahl am 8. März. Zu diesem vergleichsweise hohen Wert dürften die aktuellen Probleme beigetragen haben, die die Menschen nicht nur in Baden-Württemberg bewegen. Das verdeutlicht die Frage nach den wichtigsten Aufgaben, die die kommende Landesregierung aus Sicht der Bevölkerung hat.

Auf Platz eins steht die Stärkung der Wirtschaft (57 Prozent), gefolgt von der Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum (56 Prozent) und der Sicherstellung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung (52 Prozent). Auch der Abbau der Bürokratie (49 Prozent), die Bekämpfung der Kriminalität ( 47 Prozent) und die Verbesserung der Schulqualität (45 Prozent) sind den Bürgern im Land wichtig.
Die Bürger glauben, dass die Landesregierung nur wenig Einflussmöglichkeiten hat
Allerdings schreiben die Bürger der Landesregierung keine große Gestaltungsmöglichkeiten zu. Die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass die Landesregierung eher begrenzten Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung in Baden-Württemberg hat. Nur gut ein Drittel meint, die Regierung könne großen Einfluss darauf nehmen.
Differenziert fällt das Meinungsbild aus, wenn es um die Frage geht, wer das Land in die Zukunft führen soll. Wie auch in den zurückliegenden Umfragen unterscheiden viele Wähler hier zwischen Person und Partei. Sollen sich die Befragten für einen der Spitzenkandidaten entscheiden, liegt der Grüne Cem Özdemir klar vorn. Er hat seine Zustimmungswerte im Vergleich zur Befragung im Juli 2025 sogar noch ausgebaut: Jetzt sehen 34 Prozent der Baden-Württemberger in Özdemir den besseren Ministerpräsidenten, damals waren es 32 Prozent. Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU, liegt mit 25 Prozent klar hinter dem Grünen. Der Christdemokrat hat im Vergleich zum Juli 2025 sogar einen Prozentpunkt verloren.
Auch viele potenzielle CDU-Wähler halten Özdemir für den besseren Kandidaten
Bemerkenswert ist, dass selbst von den potenziellen CDU-Wählern nur 52 Prozent Hagel vorne sehen, immerhin 29 Prozent dieser Gruppe halten Özdemir für den besseren Ministerpräsidenten. Umgekehrt stehen die potenziellen Grünen-Wähler mit 81 Prozent hinter Özdemir, nur sieben Prozent präferieren Hagel als Landesvater.
Bei der Parteipräferenz liegt die CDU wiederum mit 33 Prozent klar vor den Grünen mit 26 Prozent. Hier waren Mehrfachnennungen möglich. Es folgen die AfD mit 22 Prozent und die SPD mit 17 Prozent. Elf Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, die Linke zu wählen, neun Prozent die FDP.
Die Koalitionsfrage wird von den Befragten uneinheitlich beantwortet. 22 Prozent wünschen sich ein Bündnis zwischen CDU und Grünen, 21 Prozent zwischen CDU und AfD. 15 Prozent präferieren eine Koalition zwischen Grünen, SPD und Linken, 14 Prozent eine sogenannte Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP.
Die Hälfte der Baden-Württemberger will keine Zusammenarbeit mit der AfD
Umstritten ist auch der Umgang mit der AfD und die Frage nach der Brandmauer. Knapp die Hälfte der Bevölkerung (47 Prozent) ist der Meinung, die anderen Parteien sollten eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen. 26 Prozent befürworten eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten und 14 Prozent zeigen sich offen für eine Koalition mit der AfD.
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