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Vor der Landtagswahl im März: Das ist die Ausgangslage im Wahlkreis Hohenlohe

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Es zeichnet sich ein Zweikampf ums Direktmandat zwischen der CDU und der AfD ab. Oder greifen doch noch die Grünen ein? Seit 2021 sitzen drei Abgeordnete in Stuttgart. Nach der Wahl am 8. März könnte es nur noch einer sein.

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Bei der Landtagswahl 2021 herrschten strenge Schutzmaßnahmen inmitten der Corona-Pandemie. Unser Bild zeigt das damalige Wahllokal im Öhringer Hohenlohe-Gymnasium.
Bei der Landtagswahl 2021 herrschten strenge Schutzmaßnahmen inmitten der Corona-Pandemie. Unser Bild zeigt das damalige Wahllokal im Öhringer Hohenlohe-Gymnasium.  Foto: Christian Nick

Der Wahlkampf Hohenlohe steht vor einem Zweikampf um das Direktmandat. Wenn die jüngsten Umfragen nicht trügen, läuft alles auf ein Duell zwischen Tim Breitkreuz (CDU) und Anton Baron (AfD) hinaus. Der eine ist 31 und ganz neu im Geschäft, der andere ist 38 und fast schon ein alter Hase. Er tritt zum dritten Mal an, nachdem er bei der Wahl 2016 aus dem Stand 17,1 Prozent holte und sich seitdem bis zum Fraktionsvorsitzenden der AfD im Landtag hochgearbeitet hat. Hinzu kommt, dass er im Wahlkreis bekannter ist als sein noch reichlich unerfahrener CDU-Herausforderer. 

Tim Breitkreuz (CDU) hat keine Chance, über die Landesliste einzuziehen

Das neue Wahlrecht bringt noch mehr Spannung. Denn nur Anton Baron wird ganz sicher im Landtag landen, wenn die AfD nicht bis zur Wahl noch eine desaströse Bruchlandung hinlegt. Er steht auf Platz drei der Landesliste, dem relevanten Ranking bei den Zweitstimmen. Die neu eingeführte Erststimme gilt – wie bei der Bundestagswahl – den Direktkandidaten aus den Wahlkreisen. Und dieses Rennen muss Tim Breitkreuz unter allen Umständen für sich entscheiden, um den Sprung nach Stuttgart zu schaffen. Denn über die Landesliste hat er keine Chance, da liegt er abgeschlagen auf Platz 33.   

Neu ist bei dieser Landtagswahl, dass man die Stimmen splitten kann – was womöglich Tim Breitkreuz helfen könnte. Denn wer verhindern möchte, dass mit dem AfD-Mann künftig nur noch ein Abgeordneter aus dem Wahlkreis Hohenlohe im Landtag sitzt, könnte bei der Erststimme das Kreuz bei dem CDU-Bewerber setzen, auch wenn er dessen Partei nicht unbedingt (oder gar nicht) wählen würde.

Wird aus dem Zweikampf doch noch ein Dreikampf mit grüner Beteiligung?

Aber was ist mit den Grünen, die den Wahlkreis Hohenlohe seit 2016 so glorreich aufgemischt und die CDU 2021 erstmals vom Sockel des sonst immer siegreichen Direktkandidaten gestoßen haben? Sie haben die Gewinnerin von damals ausgetauscht, was nicht jedem an der Hohenloher Parteibasis gefallen hat. Schließlich hat Catherine Kern vor fünf Jahren jene 28,7 Prozent eingefahren, die zum Sieg über Arnulf von Eyb (CDU) reichte. Doch die Mehrheit wollte einen jüngeren Kandidaten. Nun versucht also Mario Dietel sein Glück. Er ist erst 25, aber kommunalpolitisch schon länger aktiv. Bei der Nominierung der Landesliste musste er indes eine Schlappe einstecken: Er kam nur auf Rang 56. Das reicht auf keinen Fall, um über diese Schiene ins Parlament einzuziehen. Auch wenn Spitzenkandidat Cem Özdemir noch einen fulminanten Schluss-Spurt hinlegen sollte.

Wird aus dem Zweikampf um das Direktmandat im Wahlkreis Hohenlohe womöglich also doch ein Dreikampf, weil Cem Özdemir als potenzieller Ministerpräsident doch mehr zieht als Manuel Hagel – und der Kretschmann-Effekt unter dieser neuen Konstellation erneut zum Tragen kommt –und viele Wähler Mario Dietel ihre Erststimme geben, damit er Catherine Kern in Stuttgart beerben kann und gleichzeitig der CDU mit Tim Breitkreuz ein Schnippchen schlägt? Abwarten. 

SPD und FDP aussichtslos im Wahlkreis Hohenlohe

Die SPD brachte im Wahlkreis Hohenlohe zuletzt nur noch wenig zustande. Mal wieder versucht es ein neuer Kandidat, der mit 28 Jahren zudem noch recht jung und unerfahren ist. Platz 41 auf der Landesliste heißt: Es ist  aussichtslos. Das Direktmandat zu erringen, ist genauso unwahrscheinlich. Der jüngste Kandidat im Reigen der sechs arriviertesten Parteien ist Tim Pfaller: mit 23. Für ihn gilt dasselbe wie für Jonas Aberle. Er wird bei diesem Wahlkampf wertvolle Erfahrung sammeln. Mehr nicht. Er steht auf Platz 28 der Landesliste und ist damit ebenso chancenlos. Matthias Odenwald wirft seinen Gut für die Linke in den Ring. Er ist mit 72 der älteste im Bunde – und steht gar nicht auf der Landesliste.

Von einem zu drei Hohenloher Abgeordneten

Bis 2016 war immer nur ein Abgeordneter aus dem Wahlkreis Hohenlohe im Landtag. Und der stammte immer von der CDU. Anton Baron durchbrach diese Phalanx als erster, er holte 2016 aus dem Stand 17,1 Prozent der Stimmen und schaffte so den Sprung nach Stuttgart. Dort saß mit Arnulf Freiherr von Eyb (CDU) ein Parlamentarier, dessen Stern 2006 aufgegangen war, als er das starke Ergebnis seines Vorgängers Jochen K. Kübler mit 49,8 Prozent verteidigen konnte. 2011 kam er nur noch auf 40,7 Prozent, 2016 sackte er sogar auf 28,1 Prozent ab und hätte den Kampf um das Direktmandat um ein Haar gegen Catherine Kern von den Grünen verloren. Der gelang dann 2021 genau dieser Coup, als sie von Eyb mit 28,7 zu 24,4 Prozent hinter sich ließ, der an der Parteibasis immer mehr Rückhalt verloren hatte. Seitdem gibt es drei Abgeordnete aus dem Wahlkreis Hohenlohe im Landtag: so viel wie noch nie.

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