SPD-Kandidat Jonas Aberle: Ein Kind der Industrie
Jonas Aberle ist der Hohenloher Direktkandidat der SPD für die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg. Er zieht mit einem eher ungewöhnlichen Lebensweg für die SPD in den Wahlkampf. Arbeitsplatzsicherheit und berufliche Bildung sind ihm wichtig

Diese Landtagswahl wird anders. Viele Parteien in Hohenlohe schicken junge Kandidaten ins Rennen. Einer hebt sich durch seinen Lebensweg ab: Jonas Aberle (28) aus Öhringen ist „ein Kind der Industrie“, wie er selbst sagt: Mechatroniker in der Autoindustrie, Meister, engagiert in der Azubi-Vertretung.
So kam Aberle zur SPD – wohl zur richtigen Zeit: Arbeitsplatzsicherung ist eines seiner Themen, in der Krise ein drängendes. Viele Arbeitnehmer stehen vor ungewisser Zukunft: „Ich weiß, wie sich so ein Mensch fühlt. Wir müssen dringend etwas tun, um den Menschen die Angst zu nehmen.“ Er wolle die Anliegen der Werktätigen in die Politik tragen und gute Lösungen für Probleme bieten, um auch die wachsende Zahl an Zweiflern wieder für die Demokratie zu gewinnen.
Wo Jonas Aberle herkommt und bei welchen Wählern er punkten möchte
Dass Aberle als Kind von Spätaussiedlern aus dem gleichen Öhringer Wohngebiet wie der AfD-Kandidat stammt, sei Zufall: „Ich trete nicht an, um gegen die AfD anzutreten. Ich trete an, weil ich glaube, dass die SPD die besten Lösungen hat.“ Wozu kostenfreie Kitas, verlässliche Unterrichtszeiten in Schulen und bezahlbare Mieten und Pflegeplätze gehörten.
Was Aberle am Herzen liegt sind gute Ausbildungsbedingungen: „Wir wollen alle beruflichen Weiterbildungen kostenfrei machen.“ Er habe sich dafür eingesetzt, dass das ins Wahlprogramm komme. Damit hofft der Industriearbeiter, auch beim Handwerk zu punkten – und bei allen Berufen „wo man sich die Hände schmutzig macht“. Wobei Aberle zugibt, dass er zu den Landwirten noch nicht so den Draht hat.
Warum der Wahlkampf für die SPD so spannend wird - und was vor allem junge Kandidaten wie Jonas Aberle damit zu tun haben
„Ich hätte studieren können“, gibt Aberle zu, der auch gerne Gitarre und Ukulele spielt. Er habe sich bewusst für eine Ausbildung entschieden und findet: „Es gibt zu wenige Menschen im Parlament, die diesen Blick miteinbringen.“ Josip Juratovic, Kevin Leiser und Katja Mast nennt er als Vorbilder – alles SPD-Politiker mit „interessantem Lebensweg“, wie er sagt. Aberle ist wichtig, dass das Parlament die Gesellschaft widerspiegele. Er finde das junge Bewerberfeld „spannend“, neue Gesichter könnten „bereichern“. Die SPD lege einen Fokus auf junge Politiker auf der Landesliste.
Doch: Umfragewerte deuten nicht darauf hin, dass Aberle mit einem Mandat rechnen kann. Nach einem Wunschergebnis gefragt, nennt er keine Zahlen. Klar: Es soll mehr werden als bei der Wahl 2021, als die SPD ihr bis dato schlechtestes Ergebnis bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg einfuhr. Dann könne man auch eine Koalition anstreben, doch welche, das sei jetzt noch nicht wichtig. Zu viele Unwägbarkeiten spielen heuer hinein. Grün als Partner könne er sich vorstellen – die Präferenz in der Partei gehe aber Richtung Schwarz-Rot-Gelb.
Rückendeckung für seinen ersten großen Wahlkampf (abgesehen von der Kommunalwahl 2024) bekommt Aberle, der seit diesem Jahr SPD-Kreisvorsitzender und auch stellvertretender Vorsitzender des Öhringer Ortsvereins ist, von seiner Partnerin – das Paar ist noch kinderlos –, von der Awo, wo er im Ortsvorstand sitzt, und von der Gemeinderatsfraktion: In diese ist er für Patrick Wegener nachgerückt, als dieser vor einem halben Jahr als erster SPDler Öhringer OB geworden ist.
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