„Stimmung besser als Prognose“: SPD Heilbronn macht sich Mut zum Wahlkampfauftakt
Umfragen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg sehen für die SPD nicht gut aus. So ist die Lage in Heilbronn beim Jahresempfang.

Es ist warm beim Jahresempfang der SPD in der Stadt und im Landkreis Heilbronn. Das Gebläse läuft auf Hochtouren, eine Genossin führt die Hitze aber auf anderes zurück: Die Herzen schlagen für die Partei, da kommt Wärme auf.
Die Stimmung beim Jahresempfang liegt je nach Gesprächspartner zwischen Skepsis, Zweckoptimismus und Hoffnung. Grund dafür sind Umfragewerte vor einer Woche, die die Genossen bei der Landtagswahl Anfang März bei acht Prozent sahen. Wenige Tage später waren es bei einer weiteren Umfrage zwei Prozentpunkte mehr. Ein langjähriges SPD-Mitglied, das namentlich nicht genannt werden will, hat solche Werte noch nicht vor einer Landtagswahl erlebt. Bleibe es dabei, komme keiner aus der Region ins Parlament.
Engagement für die SPD – das sagt Kreis-Vorsitzender aus Gundelsheim
„Die Stimmung ist besser als die Prognose“, sagt hingegen der neue Vorsitzende der Kreis-SPD, Armin Englert aus Gundelsheim. Die Rückmeldungen an den Infoständen stimmen ihn positiv, es sehe für die Wahl gut aus. Zumal auch viele Wähler erst kurzfristig entschieden, wem sie ihre Stimmen geben würden. Auch er verbreitet Hoffnung, gerade mit Blick in den Kreisverband. In dem brächten sich jetzt Jüngere ein. „Die Bereitschaft ist da, sich für die Partei zu engagieren.“
Gut 150 Interessierte aus der Stadt und dem Landkreis sind gekommen, darunter auch Vertreter sozialer Organisationen. Kommunalpolitiker sind da. „Eigentlich nicht schlecht“ – so umschreibt Herbert Tabler aus Heilbronn-Böckingen seine Gefühlslage. Er lasse sich nicht beirren, erst am Wahlabend habe man Klarheit. Aber: acht Prozent bei einer Umfrage. „Das sieht nicht so gut aus.“
Keine gute Politik mit schlechter Laune: So die Einschätzung des Calwer Oberbürgermeisters
Tanja Sagasser-Beil möchte das Direktmandat im Wahlkreis Heilbronn haben. Klappt das nicht, setzt sie auf einen Einzug über die Landesliste. Sie ist auf Platz 18. Erstmals gibt es bei der Landeswahl zwei Stimmen ähnlich der Bundestagswahl. Die Umfrage sei „ein Brett“ gewesen, sagt sie. Sie gibt aber zu Bedenken: Die Menschen seien gefragt worden, noch bevor beispielsweise Plakate aufgehängt worden seien. SPD-Landtagsabgeordneter Klaus Ranger möchte wieder im Wahlkreis Neckarsulm reinkommen, ist Direktkandidat und auf Listenplatz 23. Auch er setzt auf bessere Werte am Wahlabend. „Wir arbeiten daran, dass es besser wird.“

Hauptredner an diesem Abend ist der Calwer Oberbürgermeister Florian Kling. „Man kann keine gute Politik mit schlechter Laune machen“, sagt er und spricht über Erfolge seiner Stadt, beispielsweise bei der Digitalisierung. Optimistisch ist Cornelia Bär-Stoll aus Bad Wimpfen. Die SPD stünde für „soziale Themen“. Laut der Umfragen honorieren die Wähler das aber nicht. „Wir kämpfen bis zum Schluss“, sagt sie.
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