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Landtagswahl im östlichen Landkreis Heilbronn: Hohe Wahlbeteiligung und klare Unterschiede

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Welche Besonderheiten fallen auf, wenn man die Ergebnisse der Landtagswahl in den Kommunen des Weinsberger Tals sowie des Schozach- und Bottwartals miteinander vergleicht? Hier die Abweichungen und Auffälligkeiten aus dem östlichen Landkreis Heilbronn.

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Die Lehrensteinsfelder machen es auch dieses Mal vor: Im östlichen Landkreis gehören sie bei fast jeder Wahl zu den fleißigsten Urnengängern: 79,4 Prozent der Wahlberechtigten machen dieses Mal bei der Landtagswahl ihr Kreuz. Das ist sogar im gesamten Landkreis mit seinen 46 Kommunen kaum zu toppen: Nur in Jagsthausen ist die Wahlbeteiligung mit 81 Prozent höher. Aber dort sind die Wähler wegen der Bürgermeisterwahl auch doppelt mobilisiert.

Schlusslicht in den 13 östlichen Kreiskommunen ist Weinsberg: Dort gehen nur 69 Prozent zur Wahl – immerhin ein halbes Prozent mehr als im Landesschnitt.

Zweitstimmen: Grüne sind in Weinsberg stärkste Kraft

Weinsberg ist auch anderweitig auffällig: Unter den 13 Kommunen im Weinsberger Tal/Schozach- und Bottwartal ist die Weibertreustadt die einzige, wo bei den Zweitstimmen die Grünen die Nase am weitesten vorn haben (29,9 Prozent). Im gesamten Landkreis Heilbronn ist das nur noch in Lauffen und Bad Wimpfen der Fall. Allerdings: Prozentual haben die Grünen in Flein mit 30,4 Prozent einen noch höheren Anteil – aber sie sind eben nicht stärkste Kraft. Die CDU fährt in Flein ein knappes Prozent mehr ein.

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Weitere Besonderheit in Weinsberg: Immerhin 7,5 Prozent geben ihre Erststimme Florian Vollert von der Partei Die Linke. Nirgendwo sonst in den 13 Orten des östlichen Landkreises, die verteilt sind auf die drei Wahlkreise Heilbronn, Neckarsulm und Eppingen, ist ein Linken-Kandidat erfolgreicher. Das liegt daran, dass Florian Vollert alteingesessener Weinsberger ist. Vollert bekommt sogar landkreisweit die meisten Stimmen: Er ist für seine Partei in verschiedenen Funktionen aktiv und daher bei linksorientierten Wählern bekannt.

Landtagswahl: Heimatbonus für Florian Vollert aus Weinsberg und Isabell Huber aus Wüstenrot

Den Heimatbonus verbucht auch Isabell Huber für sich, die für die CDU im Wahlkreis Neckarsulm mit 34,4 Prozent der Stimmen das Direktmandat holt. Ihr bestes Ergebnis im östlichen Landkreis erzielt sie mit 39,5 Prozent in Wüstenrot. Hier lebt sie, hier ist sie Ortsvorsteherin.

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Es gibt allerdings in ihrem Wahlkreis Orte, wo Isabell Huber noch erfolgreicher ist: in den CDU-Hochburgen Gundelsheim (41,8 Prozent) und Erlenbach (42,8). Zwar hat sie auch in Weinsberg und Obersulm die Nase vorne, aber mit im Vergleich dazu überschaubaren 32,1 beziehungsweise 33,9 Prozent.

Landtagswahl: AfD holt Zweitstimmenmehrheit in Wüstenrot

Die CDU ist in Wüstenrot zwar bei den Erststimmen Spitzenreiter, nicht aber bei den Zweitstimmen. Diesbezüglich macht die AfD mit knapp 30 Prozent das Rennen. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal: In keiner anderen Kommune im östlichen Landkreis holt die AfD die Zweitstimmenmehrheit. Am schlechtesten schneidet sie mit 15,9 Prozent in Flein ab, das ist auch kreisweit das schlechteste Ergebnis der AfD. Weniger erfolgreich als anderswo ist die Partei zudem mit 19,8 Prozent in Beilstein und in Talheim (20,2). Gegenüber der Landtagswahl 2021 hat die AfD aber in allen drei Kommunen aufgeholt.

Viele Menschen machten am Sonntag von ihrem Wahlrecht Gebrauch, hier zum Beispiel im Rathaus in Flein.
Viele Menschen machten am Sonntag von ihrem Wahlrecht Gebrauch, hier zum Beispiel im Rathaus in Flein.  Foto: Mario Berger

Beilstein galt einst als liberale Hochburg. Ging es nach der Langhansstadt, wäre die FDP auch weiterhin im Landtag vertreten: Immerhin entfallen sieben Prozent der Zweitstimmen auf diese Partei, in Flein sind es sogar 7,4 Prozent. Das sind die beiden Spitzenwerte im gesamten Landkreis Heilbronn. Bezogen auf den östlichen Teil des Landkreises schneidet die FDP bei den Zweitstimmen mit 3,9 Prozent in Eberstadt am schlechtesten ab, gefolgt von Weinsberg mit 4,2 Prozent.

Landtagswahl: In diesen Orten schnitt die SPD schlecht ab

Mit 5,5 Prozent schafft es die SPD, einst große Volkspartei, gerade noch so in den Landtag. Ginge es nach vier Kommunen im östlichen Landkreis, würde die SPD an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern: in Talheim (4,2 Prozent), Ilsfeld (4,4), Beilstein (4,5) und Abstatt (4,7). Das beste Zweitstimmenergebnis erzielt sie mit 7,1 Prozent in Löwenstein. Zwar einstellig, aber landkreisweit immer noch eines der besseren Ergebnisse sind die 9,7 Prozent von SPD-Kandidat Klaus Ranger in Obersulm.

Der Zuschnitt der Landtagswahlkreise im Landkreis Heilbronn ist so, dass einige Gemeinden, die gebietsmäßig zusammengehören, unterschiedlichen Wahlkreisen zugeordnet sind. Andererseits sind Kommunen, die nicht viel miteinander zu tun haben, im selben Wahlkreis versammelt.Flein und Talheim sind dem Wahlkreis Heilbronn zugeschlagen, zu dem neben der Stadt Heilbronn noch Nordheim und Leingarten gehören. Der Wahlkreis Eppingen umfasst 19 Kommunen von Eppingen bis Beilstein und Zaberfeld, unter anderem Abstatt, Ilsfeld und Untergruppenbach. Im Wahlkreis Neckarsulm sind zwischen Roigheim und Wüstenrot 23 Städte und Gemeinden vereint, darunter alle Kommunen im Weinsberger Tal. 

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