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Pragmatismus als Richtschnur: Für FDP-Politiker Nico Weinmann sind Wirtschaft und Bildung die Grundpfeiler 

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FDP-Kandidat Nico Weinmann hält eine Regierungsbeteiligung seiner Partei zusammen mit CDU und SPD für möglich. Heilbronn sieht er auf dem richtigen Weg zur Wissensstadt.

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"Mit Leib und Seele Lokalpolitiker": Nico Weinmann auf dem Wartberg hoch über den Dächern seiner Heimatstadt.
"Mit Leib und Seele Lokalpolitiker": Nico Weinmann auf dem Wartberg hoch über den Dächern seiner Heimatstadt.  Foto: Sonntag, Stephan

Nico Weinmann ist kein Politiker der lauten Töne. Keiner, der erst einmal den politischen Gegner ins Visier nimmt, bevor er mit einer eigenen Idee aufwartet. Aber auch einer, der gerne gestalten und Ideen umsetzen möchte. Aus der Opposition heraus war das in den vergangenen zehn Jahren im Landtag schwierig bis unmöglich. Viele Anträge werden für den Papierkorb verfasst, selbst wenn sie konsensfähig wären. Für einen pragmatischen Menschen wie Weinmann, der auf das bessere Argument setzt, eine frustrierende Situation. 

Weinmann wähnt seine Partei deutlich über der Fünf-Prozent-Hürde

Ist der 53-Jährige für eine Regierungsbeteiligung aber nicht in der falschen Partei? Muss die FDP nach dem verpassten Einzug in den Bundestag selbst in ihrem Stammland Baden-Württemberg nicht ums nackte Überleben kämpfen? „Ich bin von Natur aus Optimist. Die Umfragen sehen uns zwar nicht bei den mehr als zehn Prozent von 2021, aber doch ein gutes Stück über der Todeszone von fünf Prozent“, sagt Weinmann.   

Im Unterschied zu FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke beschränkt sich das Grünen-Bashing bei Weinmann auf die Feststellung, dass in den „vergangenen fünf Jahren keine erkennbaren Fortschritte in Baden-Württemberg“ zu verzeichnen gewesen seien und die Grünen nach 15 Jahren an der Macht „verkrustet“ wirkten und einen „Verjüngungsprozess“ bräuchten. 

Eine Deutschland-Koalition sieht Weinmann als naheliegendste Regierungsoption

Der sozusagen natürliche Regierungspartner für die FDP wäre entsprechend die CDU, zu deren Fraktion „viele freundschaftliche Beziehungen“ bestünden. Da ein Zweierbündnis voraussichtlich keine Mehrheit hätte, sieht Weinmann die SPD noch mit an Bord: „Die ist im Land deutlich pragmatischer aufgestellt als im Bund.“

Da fiel es wieder, Weinmanns Lieblingswort „pragmatisch“, das auf kommunaler Ebene viel leichter in praktische Politik umgesetzt werden könne. „Deswegen bin ich mit Leib und Seele Lokalpolitiker“, sagt Weinmann, der bereits seit 1999 im Heilbronner Gemeinderat sitzt. „Wir haben den Transformationsprozess zur Wissensstadt angestoßen, den es nun gilt,  konsequent weiterzuverfolgen.“ Weinmann ist dabei aber wichtig, dass keine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ entsteht, dass alle mitgenommen würden. „Gut, wenn bei Großprojekten die Baugenehmigungen schnell erteilt werden. Das muss aber auch beim kleinen Handwerksbetrieb um die Ecke möglich sein.“

Über Bildung das Aufstiegsversprechen erneuern

Sicherheit und Sauberkeit sieht der Jurist als weitere wichtige Handlungsfelder in seiner Heimatstadt. „Sicherheit ist dabei nicht nur eine Frage von Statistiken“, betont Weinmann. Landespolitisch sei hier die personelle Ausstattung der Polizei weiterhin verbesserungswürdig. Zudem brauche es eine „funktionierende Wirtschaft als Fundament für jegliche politische Gestaltungsmöglichkeit“.

Sein Herzensanliegen ist aber die Bildung: „Der Grundpfeiler für alles“. Gerade in der frühkindlichen Bildung herrsche in Baden-Württemberg enormer Nachholbedarf. „Es geht darum, allen von klein auf die gleichen Chancen zu geben. Das Aufstiegsversprechen muss erneuert werden. Dazu gehört aber eben auch Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft.“ 

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