Politik-Urgestein will es nochmal wissen: Thomas Strobl setzt auf das Direktmandat in Heilbronn
Der 65-jährige Politiker will mit seiner Heilbronner Herkunft punkten. Er wünscht sich eine bessere Videoüberwachung und mehr Wohnungen für Heilbronn.

Der Innenminister tritt noch einmal an. Obwohl Thomas Strobl im März bereits 66 Jahre alt wird, will der gebürtige Heilbronner, der auch bis heute in seiner Geburtsstadt wohnt, es noch einmal wissen. Dabei setzt der Berufspolitiker, der von 1998 bis 2016 Bundestagsabgeordneter für seinen Heimatwahlkreis war und seither Innenminister des Landes Baden-Württemberg ist, in schwierigen Zeiten auf seine Erfahrung. „Wir stehen am Scheideweg, das gilt für Heilbronn, die Region und unser Land“, betont Strobl mit Blick auf die wirtschaftliche Lage und die weltpolitische Situation, die das Land stark belasten. „Wollen wir im Jahr 2031 wie Detroit sein, oder wollen wir KI-Hotspot Europas mit Studenten aus aller Welt werden und sehen, wie Wissenschaft auf die Straße kommt und die Produktion folgt? Dafür stehen wir in Heilbronn“, entwirft Strobl eine Vision.
Entlastung der Unternehmen
„Die Konkurrenz schläft nicht, deshalb dürfen wir nicht mutlos sein“, fordert der Politiker. Zufrieden ist Thomas Strobl mit dem Rückgang der Zuwanderung. „Durch die Verstärkung der Grenzkontrollen ist viel passiert“, freut sich der Innenminister über die „tatsächliche Entlastung in den Kommunen“. Auch den Investitionsbooster sowie die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie auf Speisen schreibt sich Strobl mit auf die Fahnen. Nun müsse man noch bei der Senkung der Energiekosten und der generellen Entlastung der Unternehmen nachbessern. Die grün-schwarze Regierung in Stuttgart arbeite aus einer Sicht „handwerklich einwandfrei“, so Strobl. Eine neue Regierung unter vertauschten Vorzeichen kann er sich gut vorstellen. „Seit drei Jahren sagen uns die Demoskopen eine stabile Mehrheit von Schwarz-Grün voraus“, freut sich der Innenminister.
Ausbau der Videoüberwachung in der Stadt
Mit Blick auf Heilbronn will Thomas Strobl den Videoschutz in der Innenstadt ausbauen. „Wir wollen keine Totalüberwachung, aber das Pilotprojekt in Mannheim zeigt, dass die Prävention funktioniert.“ In der Quadrate-Stadt schalten sie die Kameras nur dann ein, wenn das Geschehen vor Ort auf eine gefährliche Situation hindeutet. Sollte das System in Kürze ausgereift sein, soll es, wenn es nach Strobl geht, auch in Heilbronn umgesetzt werden.
Mit Blick auf den Landtags-Wahlkampf und das Direktmandat ist der 65-Jährige zuversichtlich. „Aber ein gemähtes Wiesle ist das noch nicht“, betont er. Die Niederlage, die er vor fünf Jahren im Wahlkreis Heilbronn gegen die Grünen-Kandidatin und heutige Regierungspräsidentin Susanne Bay erlitt, habe er verarbeitet. „Damals war das Wahlrecht noch anders, und Susanne Bay war eine respektable Kandidaten, das kann man von den AfD-Kandidaten nicht sagen“, betont Strobl. Die AfD sieht er in der Stadt aber als schärfste Konkurrenz.
Neues Wahlrecht mischt die Karten neu
Mit den zwei Stimmen im geänderten Wahlrecht seien seine Chancen aber deutlich gewachsen. „Auch die Stadt ist mir ans Herz gewachsen“, setzt der Politiker auf seine Heimstärke. Deshalb wünsche er sich auch mehr Wohnraum, Sauberkeit und eine schnelle Weiterentwicklung der Innenstadt. Über einen neuen Posten im Stuttgarter Kabinett will er aber vor der Wahl nicht reden. „Jetzt nehmen wir erstmal das Wahlergebnis demütig an. Dann sehen wir weiter“, lautet seine Devise.
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Kommentare
Wolf-Dieter Veigel am 04.02.2026 22:49 Uhr
Es muss bezweifelt werden ob Hr. Strobl aus den Vorkommnissen innerhalb des IM gelernt hat. Konsequenterweise hätte er sich nicht zur Landtagswahl zur Verfügung gestellt. Bei seiner ersten Kanditatur als Spitzenkanditat errang er zwar den Posten als Innenminister, jedoch ohne Landtagsmandat. Bei der nachfolgenden Wahl war er, trotz Position als Landesvorsitzender, gezwungen Guido Wolf gewähren zu lassen. Was man mit :Jetzt nimmt man das Wahlergebnis demütig an. aussagen will erschliesst sich mir nicht. Abgesichert durch den 4. Listenplatz muss man wohl kaum einen Gedanken an einen nicht erfolgreichen Einzug in den Landtag verschwenden. Man kann nur hoffen, dass der zukünftige MP aus der Vergangenheit gelernt hat und keinen Ministerposten bereit hält.