Manuel Hagel (CDU) beim Stimme-Wahlcheck: „Dynamik von Heilbronn brauchen wir im ganzen Land“
Innere Sicherheit, Bildung, Wirtschaft: Um viele Themen geht es beim Stimme-Wahlcheck mit CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel.

Die CDU führt deutlich bei den Wahlumfragen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg, und ihr Spitzenkandidat Manuel Hagel hat sich am Montagabend beim Wahlcheck den Fragen von Stimme-Chefredakteur Uwe-Ralf Heer gestellt.
Was die Bekanntheit bei den Menschen im Land angeht, hat Manuel Hagel Nachholbedarf. Er sieht das nicht als Ballast an. Im Zentrum seines politischen Engagements stünden die Menschen und das Land, sagte der 37-Jährige vor über 400 Interessierten in der Kreissparkasse Heilbronn.
Stimme-Wahlcheck in Heilbronn: Bei Rentendebatte setzt Manuel Hagel auf gesellschaftlichen Zusammenhalt
Am Abend ging es um viele Themen, etwa um Wirtschaft. Man müsse bei Rente und Sozialstaat etwas machen. Es sei jedem klar. Wichtig sei bei der Debatte, dass es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt gehe. „Die Rente muss breiter werden.“ Er betonte, dass man den Kindern aufrecht in die Augen schauen müsse. „Wir dürfen unseren Kindern nicht immer nur Probleme hinterlassen.“ Die jetzigen Rentner behält er im Blick.
Man müsse die Produktivität erhöhen, sagte Manuel Hagel zur Situation in der Wirtschaft. Die politische Perspektive ist für ihn: „Was ist jetzt zu tun?“ In den vergangenen Jahren habe sich eine Selbstverständlichkeit breitgemacht, sagte er, dass es mit dem wirtschaftlichen Aufschwung weitergehe. Es sei dabei in der Vergangenheit auch darum gegangen, Wohlstand zu verteilen. Seiner Ansicht nach hat man aus dem Blick verloren, welche Voraussetzungen man für Wohlstand benötige.
Manuel Hagel lobt Heilbronns Dynamik
Die CDU stellt seit Jahren die Wirtschaftsministerin im Land. Der Spitzenkandidat lobte Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Man müsse zugleich Dinge neu machen. „Diese Dynamik von Heilbronn brauchen wir im ganzen Land.“ Herzstück blieben Automobilindustrie und Maschinenbau. Das Auto dürfe nicht zum Kulturkampf werden, sagte er zugleich. Die Art des Antriebs sei ihm egal, solange die Pkw in Baden-Württemberg für den Weltmarkt gebaut würden – nicht für die Nische.
Die Menschen könnten mehr Wahrheit vertragen, sagte der Spitzenkandidat. Entscheidend sei, wie man es ihnen sage. „Alle spüren es, dass wir nicht einfach so weitermachen können.“ Die Menschen seien bereit, diesen Weg zu gehen – wenn sie wüssten, dass es Licht am Ende des Tunnels gebe. Manuel Hagel wünscht sich, dass es aus dem Jammertal rausgehe. Probleme seien hausgemacht, also könne man sie auch lösen. „Wir brauchen wieder mehr Eigenverantwortung“, sagte er an anderer Stelle.
Medienkompetenz der Kinder muss gestärkt werden
Social Media: Man habe hier viel zu tun, sagte Manuel Hagel. „Wir sind in den Fängen von vier Tech-Konzernen.“ Es brauche hier eine europäische Alternative. 70 Prozent der Daten lägen in China oder den USA. Er sprach von Problemen durch Social Media und erteilte Social Media in Klassenzimmern eine klare Absage – unter Applaus. Zudem forderte er, dass man die Medienkompetenz der Kinder stärken müsse.
Man wolle mehr Mitarbeiter bei der Polizei und mehr Lehrer, sagte er. Man müsse dringend das „unsägliche Thema“ des Unterrichtausfalls angehen. An anderer Stelle der Kernverwaltung wolle er aber einsparen. Personal- und Aufgabenabbau müssten Hand in Hand gehen. „Dann wird’s gelingen.“ So komme Schwung in die Sache. „Da bin ich wild entschlossen.“ Zudem stellte er seine Digitalisierungsstrategie fürs Land vor – eine Software und eine Hardware fürs Land vom Staatsministerium bis zu den Kommunen.
Manuel Hagel möchte über die Qualität in der Bildung reden
Erneuerbare Energien waren ein Punkt. Bildung war ein weiteres Thema des Abends. Manuel Hagel lehnte weitere Strukturdebatten über Schulformen ab. Man brauche Ruhe. Er wünscht sich eine Qualitätsdebatte. Bei Bildungsrankings wolle er wieder an die Spitze. Einen Schwerpunkt will er auf die frühkindliche Bildung legen. Jedes Kind brauche dieselben Startchancen.
Das letzte Kindergartenjahr solle verbindlich sein – und kostenlos, kündigte Manuel Hagel an. Es werde darin um Bildung gehen: Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken und Kollaboration, so dass die Grundlagen für die Schule gelegt seien. Fünfter Punkt seien Deutschkenntnisse, sagte er. Am Ende der Grundschule stünde zudem die verbindliche Grundschulempfehlung für alle Schularten, nicht nur für die Gymnasien wie aktuell.
Diese Idee hat Manuel Hagel für die Videoüberwachung
Auch zur Inneren Sicherheit äußerte sich Manuel Hagel. Er möchte, dass aus den öffentlichen Orten wieder sichere Orte würden. Er möchte das Polizeigesetz so ändern, dass überall KI-gestützte Videoüberwachung möglich sei. Entscheiden darüber sollen die Städte und Gemeinden.
Nochmals ausführlich ging Manuel Hagel auf den Vorstoß seiner KI-Universität ein. Man brauche sie als Dach über den bisherigen KI-Angeboten im Land. An dieser Uni solle man Promotion und Master-Studiengänge haben. Wo die Uni liegen solle, sagte er nicht.
Deutlich positionierte sich Manuel Hagel auch gegen die AfD. Er werde sich stets dafür einsetzen, dass die AfD nie Verantwortung über andere Menschen habe. Zudem verrate sie deutsche Interessen.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare