Nur wenige Kommunen im Raum Heilbronn und Hohenlohe fest in grüner Hand
In Lauffen am Neckar, Beilstein und Heilbronn beispielsweise haben die Grünen die meisten Stimmen geholt. In Waldenburg ist die Umweltschutzpartei schon immer stark, aber nicht ganz vorn. Gibt es ein Muster?
Die Spanne ist weit: Zwischen 16,7 und 32,2 Prozent der Stimmen holten die Grünen bei der Landtagswahl 2026 in den Wahlkreisen Heilbronn, Neckarsulm, Kraichgau und Hohenlohe. Mit Erwin Köhler (Eppingen) und Gudula Achterberg (Heilbronn) haben zwei Grüne-Abgeordnete das Ticket nach Stuttgart gelöst.
Dabei gilt längst für die Stimmenverteilung in den Städten und Gemeinden nicht mehr die Formel: Je städtischer (und studentischer), desto grüner.
Wahlanalyse: Hier wurde bei der Landtagswahl am meisten Grün gewählt
Auf der Suche nach den Kommunen, die fest in grüner Hand sind, in denen die Grünen bei den Zweitstimmen stärkste Partei sind, liegt klar Lauffen am Neckar vorn. Dort haben die Grünen das in der Region beste Ergebnis eingefahren mit 32,2 Prozent.
Auch SPD (5,7), FDP (4,7) und Linke (3,7 Prozent) sind dort stark. Für die CDU bleiben 28,6 Prozent, für die AfD 18,1 Prozent. Was sagt das über die Bewohner der Stadt am Neckar? Leben dort umweltbewusste, linksliberale Menschen?
Kleinere Städte im Raum Heilbronn und Hohenlohe – und die Grünen
Auch in Weinsberg sind die Grünen vorn mit 29,9 Prozent der Stimmen. In der Kernerstadt wählen vergleichsweise viele Bürger SPD (5,5), FDP (4,2) und Linke (4,6 Prozent). Für CDU und AfD bleiben 27,4 und 20,6 Prozent der Stimmen. Ein ähnliches Muster wie in Lauffen am Neckar. Das gute Abschneiden der Grünen in Weinsberg wertet Bürgermeisterin Birgit Hannemann „zunächst als Bestätigung und Wertschätzung der Arbeit der grün-schwarzen Landesregierung durch die Wählerinnen und Wähler in unserer Weibertreustadt“. Die Grünen haben „die richtigen Themen“.
In Bad Wimpfen haben ebenfalls die Grünen die Nase vorn, mit 30 Prozent der Stimmen. Auch dort verteilen sich viele der gemachten Kreuze auf SPD (6,9), FDP (4,6) und Linke (3,6 Prozent) und im Vergleich zu anderen Kommunen weniger auf die AfD (19,2 Prozent). Die CDU holt 29,4 Prozent.
Früher galt: Je städtischer, je studentischer, desto grüner. Das kann man mit Blick auf Bad Wimpfen, Weinsberg und Lauffen am Neckar nicht sagen. Auch Waldenburg ist weder städtisch noch studentisch. Doch dort hat seit dem Widerstand gegen die Müllverbrennungsanlage Westernach Ende der 1980er Jahre der Umweltschutz einen hohen Stellenwert. Wohl wurden die Grünen dort nicht stärkste Partei. Die CDU liegt mit 30,8 Prozent der Stimmen vorn. Doch mit 29,2 Prozent haben die Grünen im Hohenloher Bergstädtchen einmal mehr gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist.
Städtisch, studentisch, grün? Wahlanalyse nach Landtagswahl
Wie haben die Grünen also in der größten Stadt der Region abgeschnitten? Tatsächlich liegen die Grünen in Heilbronn mit 26,9 Prozent der Zweitstimmen vorn. Doch der Abstand auf CDU (25,5) und AfD (23,0 Prozent) ist nicht groß. Aber auch hier haben SPD (6,8), FDP (5,4) und Linke (5,2 Prozent!) vergleichsweise viele Wähler für sich überzeugt.
Und wo wurde am wenigsten grün gewählt? Im Hohenlohekreis ist Krautheim ein tiefschwarzer Fleck mit 41,2 Prozent CDU-Wählern. Dort kamen die Grünen nur auf schlappe 16,8 Prozent der Stimmen. Das unterbietet in der Region nur noch Kirchhardt mit 16,7 Prozent der Stimmen. Doch dort hat die AfD die Übermacht mit 33,5 Prozent. Ähnlich in Roigheim: 18,1 Prozent Grüne, 32,3 Prozent AfD und Eppingen mit 19,0 Prozent grün, 29,7 Prozent blau. In Massenbachhausen, wo die Grünen auch nur auf 17 Prozent kamen, ist die CDU stärkste Partei mit 34,4 Prozent.
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