Landtagswahl Baden-Württemberg: Nahostkonflikt „könnte CDU in die Karten spielen“
Politik-Experte Frank Brettschneider zur Auswirkung des Nahostkonflikts bei den Landtagswahlen: Themen Sicherheit und Wirtschaft gewinnen an Bedeutung.

Der Politik-Experte Frank Brettschneider erwartet ein „Foto-Finish“ bei den Landtagswahlen am Sonntag. CDU und Grüne liegen fast gleichauf. „Ein oder zwei Prozentpunkte Unterschied, das ist so gut wie nichts“, so der Hohenheimer Professor. Spannend wird auf die Frage, ob es vier Parteien oder sechs in Landesparlament schaffen. Bei der FDP herrsche derzeit ein „Überlebenskampf“, auch die Linkspartei sei knapp an der Fünf-Prozent-Hürde.
Plakate, Zeitung oder TikTok: „Wahlwerbung macht immer Sinn“
Auch wenn man sich über einzelne Slogans und Botschaften auf Plakaten Gedanken machen könne, stellt Brettschneider fest: „Wahlwerbung macht immer Sinn, sie muss nur gut gemacht sein.“ Jungwähler und -wählerinnen erreiche man eher auf TikTok, hier seien AfD wie Linkspartei gleichermaßen sehr aktiv.
Ältere nutzen eher Facebook und Instagram und vertrauen auch mehr den klassischen Printmedien. Dass aktuelle Diskussionen über „rehbraune Augen“ oder die „Entenleberpastete“ die Wahl entscheidend beeinflussen, denkt Brettschneider eher nicht. „Darüber redet man gerne, aber in der Wahlkabine ist das nicht ausschlaggebend.“
Nahostkonflikt könnte sich noch an der Wahlurne auswirken
Der Krieg im Nahen Osten „verdrängt die landespolitischen Themen“, stellt Brettschneider fest. Die Themen Sicherheit und – aktuell durch die hohen Benzinpreise für jeden spürbar – auch Wirtschaft gewinnen an Bedeutung. „Das hat unmittelbar Auswirkungen auf den eigenen Alltag.“ Da man in den Bereichen die Kompetenz eher der CDU als den Grünen zutraue, „wird der Konflikt eher der CDU in die Karten spielen“.
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Kommentare
Hartmut Seitz-Bay am 03.03.2026 21:07 Uhr
Die Logik, dass der Nahostkonflikt eher der CDU in die Karten spielt erschließt sich mir nicht. Er zeigt doch deutlich, wie abhängig wir von Öl und Gas sind. Energien, die die CDU fördern möchte und damit den Ausbau und die bisher erfolgreiche Entwicklung der regenerierbaren Energien massiv ausbremst. Der Lobbyismus von Frau Reiche gegenüber Öl- und Gasproduzenten ist so dreist wie unverständlich.