Weniger Bürokratie für Landwirte: Wie Dennis Klecker für die AfD wieder in den Landtag einziehen will
Dennis Klecker sitzt seit 2023 für die AfD im Landtag. Am 8. März will der Ilsfelder das Direktmandat in seinem Wahlkreis Eppingen holen. Auf der Landesliste steht er auf Listenplatz fünf.

Gemeinderat, Kreisrat, Landtagsabgeordneter – diese klassische Abfolge trifft auf Dennis Klecker nicht zu. Als er im Juni 2018 auf der Liste von CDU und Bürgerlicher Wählervereinigung in den Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Ilsfeld nachrückt, sitzt er bereits seit vier Jahren für die AfD im Heilbronner Kreistag. Dass er direkt in den Kreistag einziehen würde, hätte er nicht gedacht, sagt Klecker. Zumal die AfD zu diesem Zeitpunkt 2014 noch jung war.
Heute blickt der 35-Jährige auf mehr als zehn Jahre politische Erfahrung zurück. Im September 2023 rückte er für den ausgeschiedenen Rainer Podeswa in den baden-württembergischen Landtag nach. Bei der Landtagswahl am 8. März will der verheiratete Politiker, der auf Listenplatz fünf des Landesliste steht, will im Wahlkreis Eppingen nun das Direktmandat holen. Wegziehen komme für ihn nicht infrage: „Ich bin in der Region verwurzelt.“
Für das Direktmandat und für seine Fraktion im Landtag rechnet sich Klecker gute Chancen aus. Die AfD habe die Zahl ihrer Sitze seit ihrem Einzug 2016 vervierfacht, auch die Mitgliederzahlen im Landesverband sind 2025 gestiegen. Dass sich die Fraktion erneut verdoppelt, hält er für denkbar.
Große Übereinstimmung mit der AfD
Den Spagat zwischen Gemeinderat, Kreis- und Landtag bewältigt Klecker derzeit gut, die Landespolitik in Vollzeit sei allerdings eine andere Hausnummer, gibt er zu. Ungewohnt sei anfangs das lange Sitzen gewesen, sagt Klecker und lacht – als ehemaliger Werkfeuerwehrmann und ausgebildeter Gärtner sei er Bewegung gewohnt. Politisch interessiert sei er schon immer gewesen. Seine Unzufriedenheit mit der damaligen Bundesregierung habe Klecker dazu bewogen, selbst aktiv zu werden, „statt nur zu meckern“.
Mit den Positionen der AfD habe er sich zu großen Teilen identifiziert. 2013 trat er in die Partei ein – die Flüchtlingspolitik 2015 habe seine Entscheidung weiter gefestigt. Im Landtag spiele die Parteizugehörigkeit nun eine deutlich größere Rolle als auf kommunaler Ebene, meint Dennis Klecker. Anträge der AfD würden häufig aus Prinzip abgelehnt, später aber von anderen Fraktionen erneut aufgegriffen. Als Beispiel nennt er den Vorstoß zur Senkung der Altersgrenze beim Fischereischein.
Windenergie beschäftigt die Menschen im Wahlkreis
Was seinen Wahlkreis thematisch beschäftigt? Häufig werde Klecker auf den Ausbau der Windenergie angesprochen, etwa im Zusammenhang mit dem geplanten Windpark auf dem Heuchelberg. In der Region fehle es aus seiner Sicht an ausreichender Windhöffigkeit. Kritisch sieht er zudem großflächige Photovoltaikanlagen auf ertragreichen Ackerflächen.
Als agrarpolitischer Sprecher seiner Partei setzt sich Klecker auch für eine deutliche Entbürokratisierung der Landwirtschaft ein. Ein weiteres Anliegen ist ihm die Stärkung des Ehrenamts.
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