„Die Mieten sind zu hoch“: Hiba Charif kandidiert für Die Linke im Wahlkreis Heilbronn
Bildung und gerechte Mieten sind für Hiba Charif die zentralen Themen, bei denen sich in Baden-Württemberg etwas ändern muss. Die gebürtige Syrerin tritt im Wahlkreis Heilbronn für Die Linke bei den Landtagswahlen an.

Laut ihrer Familie hat Hiba Charif schon immer eine starke Stimme gehabt. „Wir haben zu Hause immer über Politik gesprochen“, erzählt sie. Eine Eigenschaft, die in ihrem Heimatland Syrien auch gefährlich sein konnte. Vor zehn Jahren floh die heute 28-Jährige vor dem Krieg nach Deutschland. Seither lebt sie in Heilbronn. Mit ihrer Stimme will sie sich nun in der Politik einsetzen: Bei den Landtagswahlen am 8. März tritt sie im Wahlkreis Heilbronn für Die Linke an. Bildungsgerechtigkeit, Frauenrechte und eine solidarische Gemeinschaft sind Charifs zentrale Themen.
Heilbronner Landtagswahl-Kandidatin Hiba Charif (Linke) über Flucht aus Syrien
Am selben Tag, als Deutschland 2025 einen neuen Bundestag gewählt hat, bekam Hiba Charif ihren deutschen Pass. Als erstes sei sie damit zur Wahlurne gegangen, erzählt sie. Viele Menschen mit Migrationshintergrund interessierten sich nicht für die deutsche Politik, kritisiert sie: „Dabei geht es um die Zukunft meiner Kinder.“
Ihr Mann lebt immer noch in Syrien. Charif selbst war seit ihrer Ausreise nicht mehr dort. „Ich habe Angst, nach Syrien zu gehen“, sagt sie, auch wegen ihres politischen Engagements. Das aktuelle Regime lehnt sie ab, und setzt sich für eine Trennung zwischen Religion und Staat ein. In Deutschland hat sie ein neues Zuhause gefunden. Sie liebe die deutsche Kultur, schwärmt sie, und besuche gerne das Oktoberfest.
Als pädagogische Fachkraft arbeitet sie in einer Kita im Landkreis Heilbronn, künftig will sie noch soziale Arbeit studieren. „Das ist mein Traum“, erzählt sie. Kinder liegen ihr besonders am Herzen. Deshalb engagiert sie sich seit einigen Jahren bei Unicef Heilbronn. Gemeinsam mit dem Team macht sie Schulbesuche und ist bei Festen vertreten. Bei der Arbeiterwohlfahrt Heilbronn (Awo) hilft sie Geflüchteten bei der Jobsuche.
Bezahlbare Mieten, günstige Kitaplätze: Hiba Charif über ihre Wahlkampfthemen
„Es ist eine schwierige Zeit“, sagt sie. Die Zahlen der Arbeitslosen und Wohnungslosen würden steigen. Alles werde teurer, die Leute seien unzufrieden. „Die Mieten sind zu hoch“ bemängelt Hiba Charif. Es brauche eine Mietpreisbremse und mehr sozialen Wohnraum. Baden-Württemberg sei ein reiches Bundesland, aber das Geld sei falsch verteilt.
Besonders im Gesundheitssystem und bei der Bildung müsse nachgerüstet werden. „Man kann die wichtigen Themen nicht streichen“, betont sie. Sie fordert günstige Kitaplätze sowie mehr Personal in Kindergärten und Kliniken. Entbürokratisierung sei hier von zentraler Bedeutung: Viele gut qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland bekämen ihre Abschlüsse nicht anerkannt. „Wir müssen den Leuten eine Chance geben“, findet Charif.
Von Umfragewerten, bei denen Die Linke zuletzt mit sieben Prozent hinter der CDU, SPD, den Grünen und der AfD zurücklag, lässt sich Hiba Charif nicht entmutigen. Ihre Partei setze die richtigen Schwerpunkte, ist sie überzeugt. „Wir reden über die Themen, die den Menschen wichtig sind.“
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Stimme.de
Kommentare
am 07.02.2026 08:22 Uhr
Zu hohe Mieten? Aber natürlich! Und wer macht sich die Taschen dabei voll?
Immer noch wird ein wichtiger Anteil von vermietetem Wohnraum von Privatpersonen gestemmt die eine oder mehrere Einheiten als Absicherung für das Alter gekauft oder finanziert haben. Diese Personen finanzieren dies mit ihrem versteuertem Einkommen.
Nun sind die Einkünfte von Vermietungen auch wieder Einkommenssteuerpflichtig. Dazu kommt die Grundsteuer sowie Steuer und Abgaben auf und für Energie, Müll und Wasser, für die Mieter.
Ich vermiete zwei Wohnungen in einem 2 Familienhaus in Heilbronn Ost für unter 10 € /m2. Die Netto Mieteinnahmen liegen weit unter dem Mindestlohn.
Die Linken könnten sehr viel mehr für Gerechtigkeit sorgen, wenn sie anstelle der arbeitenden Bevölkerung das Geld abzunehmen dem gierigen und immer weiter wuchernden Staat auf die Finger klopfen würden. Da ist reichlich Geld einzusparen.
Jürgen Mosthaf