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Cem Özdemir in Heilbronn: Wie Ehrenamtliche unterstützt werden sollen

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Von Bürokratieabbau für Vereine bis Wolfs-Abschuss: Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der grünen Landtagskandidaten Gudula Achterberg, Sibylle Riegger-Gnamm und Erwin Köhler bringen Ehrenamtliche vielfältige Themen zur Sprache. 

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„Baden-Württemberg ist die Nummer eins, deutschlandweit, was das Ehrenamt anbelangt. Da können wir stolz drauf sein“, sagt der Spitzenkandidat der Grünen in Baden-Württemberg, Cem Özdemir. Den Gästen im vollbesetzten Saal des Heilbronner Schießhauses – allesamt Ehrenamtliche aus den Wahlkreisen Heilbronn, Neckarsulm und Eppingen – verspricht er, als künftiger Ministerpräsident „alles dafür zu tun, um Ihnen das Leben leichter zu machen“. 

Die Ehrenamtskarte soll im ganzen Land zum Einsatz kommen, der Solidarpakt Sport gesichert, Bürokratie für Vereine abgebaut werden. Özdemir ist gekommen, „um zuzuhören“, aber nicht, um allen nur nach dem Mund zu reden. Er zeigt auch klare Kante, was die Kritik von anwesenden BUND- und Nabu-Mitgliedern am geplanten Abschuss des Hornisgrinde-Wolfes oder der neuen Biber-Verordnung betrifft. Landwirtschaft und Naturschutz müssten vernünftig zusammengebracht werden. „Wir müssen die Arten erhalten, nicht die einzelnen Exemplare“, so Özdemir.  

Cem Özdemir wirbt in Heilbronn für Ehrenamt und verspricht weniger Bürokratie sowie bessere Rahmenbedingungen

Kunst- und Kulturschaffende, Pfadfinder, Tierretter, Sportvereinsvorsitzende, Feuerwehrleute, Kirchengemeinderäte: „Wir wollten ganz vielschichtig einladen“, sagt Gudula Achterberg. Die Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Heilbronn, ihr Parlamentskollege Erwin Köhler aus dem Wahlkreis Eppingen und die  Kandidatin des Wahlkreises Neckarsulm, Sibylle Riegger-Gnamm, sind die Gastgeber am Samstagnachmittag. Alle drei haben selbst Erfahrung im Ehrenamt.

Stimmlich angeschlagen, ist Cem Özdemir in Heilbronn trotzdem uneingeschränkt im Wahlkampfmodus. Die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg nimmt er zum Anlass, seine Haltung zur Europapolitik zum Ausdruck zu bringen: „Baden-Württemberg muss alles dafür tun, dass Europa einig ist. Als Ministerpräsident werde ich dafür sorgen, dass wir nie wieder in Nationalismus und Militarismus zurückgehen.“

Breit gefächerte Gästerunde: Ehrenamtliche aus Sport, Kultur, Kirche und Naturschutz im Dialog

Den größten Raum der gut einstündigen Veranstaltung nehmen aber die Anliegen der Gäste ein. Die sind von Inklusion im Sportverein bis zum Musiklehrermangel breit gestreut. Ein Mitglied des Lauffener Arbeitskreises Klimaschutz möchte die Meinung der Grünen-Politiker zu einem Thema wissen, das viele verunsichert: Dass Kuchenverkäufe von Ehrenamtlichen laut neuem EU-Recht versteuert werden sollen. Seines Wissens habe das Finanzministerium geregelt, dass Schulklassen davon befreit sind, antwortet Cem Özdemir.

Thema ist auch die verlässliche Ganztagsgrundschule ab dem Schuljahr 2026/2027. Er kenne die diesbezüglichen Sorgen der Vereine, betont der 60-Jährige. „Aber Schule und Verein müssen kein Widerspruch sein.“ Er selbst sei über den Sportunterricht Torwart im Handballverein geworden, erzählt Özdemir. „Wir können uns am Erfolgsmodell Gemeinschaftsschule orientieren“, ist Erwin Köhler zuversichtlich. 

Eine Elternbeiratsvorsitzende aus Heilbronn fürchtet, dass engagierte Mütter und Väter „immer häufiger Defizite im Bildungssystem“ ausgleichen müssen. Für Özdemir ist da die Schulsozialarbeit ein wesentliches Element. „Es darf nicht sein, dass sich der Staat aus seiner Verantwortung zurückzieht, beides muss ineinandergreifen.“ Das Sondervermögens des Bundes sei im Land zu zwei Dritteln an die Kommunen verteilt worden, auch, „damit sie nicht gezwungen sind, bei freiwilligen Aufgaben zu kürzen“.

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