Erwin Köhler im Porträt: Politik nah am Alltag
Vom Wahlkreis Eppingen nach Stuttgart: Wie der Grünen-Abgeordnete Erwin Köhler Pragmatismus und politische Ideale miteinander verbindet – und warum er wieder als Direktkandidat kandidiert.

Fünf Jahre im Stuttgarter Landtag: Erwin Köhler blickt positiv auf seine erste Legislaturperiode für die Grünen zurück. Viel habe er gelernt, die Zeit sei „extrem lehrreich“ gewesen. Es sei ein „großes Privileg, Abgeordneter zu sein und die Interessen der Menschen im Wahlkreis zu vertreten“. Der erstreckt sich von Abstatt bis Zaberfeld und wird wohl auch bei der diesjährigen Wahl am 8. März wieder hart umkämpft sein. Köhler tritt genauso wie 2021 als Direktkandidat an. Damals lag er knapp zwei Prozent vor Michael Preusch (CDU).
Der direkte Kontakt mit den Menschen ist Erwin Köhler wichtig
Gelernt habe er in den vergangenen Jahren vieles. Zum Beispiel, dass es Zeit kostet, bis Dinge umgesetzt werden. So wie die Ortsumfahrung im Eppinger Stadtteil Richen. Die ist seit Langem geplant, wurde zwischenzeitlich aus der Prioritätenliste des Landes gestrichen, soll aber nun endlich kommen. Bisher ist dort allerdings noch nichts gebaut. „Das muss man im Auge behalten“, sagt Erwin Köhler, der sich für die Realisierung des Projekts stark gemacht hat.
Seit 2014 ist der 30-Jährige Mitglied des Gemeinderats in Lauffen und hat dieses Mandat trotz seines Abgeordnetenstatus beibehalten. Sein Wahlkreisbüro hat er ebenfalls in seiner Heimatstadt eingerichtet. Die Schwelle, ihn direkt und vor Ort anzusprechen, ist also niedrig – und so gewünscht. „Das möchte ich auf keinen Fall verlieren“, sagt der Vater einer kleinen Tochter. „Es bringt etwas, wenn man uns direkt anspricht und hilft auch gegen Verdruss, wenn es mal etwas länger dauert, bis was passiert.“
Unterstützung für MVZ: „Es müssen neue Strukturen entstehen, wenn alte verschwinden.“
So wie bei der Umgehungsstraße in Ilsfeld. Dort hat sich in den vergangenen Jahren nichts getan. „Das muss vorankommen, die Strecke ist wichtig für die Anwohner“, sagt Erwin Köhler. Die Sorgen der Menschen zu verstehen, reiche nicht aus. Es müssten auch Dinge umgesetzt werden. Bei der Brackenheimer Notfallpraxis waren ihm allerdings die Hände gebunden, die medizinische Einrichtung wurde vor rund einem Jahr geschlossen. Köhler unterstützt die Bürgerinitiative und die Stadt bei der Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ): „Es müssen neue Strukturen entstehen, wenn alte verschwinden.“
Doch immer wieder scheitern solche und andere Pläne an bürokratischen Hürden. Das soll sich mit dem „Gesetz zur Reduktion bürokratischer Vorschriften“ ändern, das Bürger, Unternehmen und Behörden entlasten soll. Im Fokus steht dabei auch das Thema bezahlbarer Wohnraum. „Man muss da ran“, sagt Erwin Köhler, „und das Vertrauen der Menschen stärken.“ Auch wenn der finanzielle Spielraum im Land und in den Kommunen eng geworden ist.
Beruf und Musik lassen sich für Erwin Köhler gut miteinander verbinden
Trotzdem: „Ich möchte daran mitwirken, dass es gut wird.“ In den vergangenen fünf Jahren habe er den pragmatisch-realpolitischen Ansatz kennengelernt. Für seine Ideale, sagt Köhler, stehe er weiterhin ein – und will so viele Begegnungen wie möglich schaffen. „Mir ist wichtig, in der echten Welt da zu sein und nicht nur in den Sozialen Medien.“ Dort findet man ihn aber auch. Oft Gitarre spielend. Es sei toll, weiterhin Beruf und Musik zu verbinden. „Das öffnet Türen und Herzen.“
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