„Er muss nicht zu 100 Prozent wie Kretschmann sein“ – Wie kam Cem Özdemir bei den Heilbronnern an?
Ein vielversprechender Auftritt: So empfand das Publikum Grünen‑Spitzenkandidat Cem Özdemir beim Gespräch mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer.
Irgendwie war diese Szene ein passendes Abbild der gesamten Veranstaltung: Als Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer zum Abschluss die Frage nach der wichtigsten Erkenntnis des Abends stellt, erntet Cem Özdemir erst Gelächter und dann Beifall. „Ich hätte vorher noch aufs Klo sollen“, sagt der Spitzenkandidat der Grünen scherzhaft und wird dann konkret: „Eine Erkenntnis ist, dass Sie einen tollen Oberbürgermeister haben, der mir eine lange Liste vorgelegt hat mit Dingen, die er in Heilbronn angehen möchte – und für deren Umsetzung werde ich tun, was ich kann.“ Mit seinem direkten Auftreten kam Özdemir beim Publikum gut an.
Kretschmann-Nachfolge eine Frage der Zeit – Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir im Wahlcheck
„Er ist ein Vollprofi und in der Politik zu Hause“, sagt Dieter Schieber, der zum ersten Mal bei einer Wahlveranstaltung des Grünen‑Politikers dabei war, um sich selbst ein Bild von Özdemir zu machen. Schieber denkt, dass Özdemirs langjährige EU‑Tätigkeit zwar eine Last sein könnte, ihm aber auch einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz einbringen wird: „Es hat sich gelohnt, herzukommen. Ich denke, Cem Özdemir wird viel nach Baden‑Württemberg mitbringen und wäre ein guter Minister. Dazu muss er nicht zu 100 Prozent Winfried Kretschmann sein.“
Seit 2011 ist der Grüne Kretschmann nun Ministerpräsident von Baden‑Württemberg – und macht seine Arbeit, wenn es nach Özdemir geht, sehr gut: „Winfried Kretschmann hat Baden‑Württemberg als ganzes Land geführt, und ich will es ihm nachtun“, sagte Özdemir im Gespräch mit Uwe Heer. Doch ist er dieser Aufgabe gewachsen? „Noch traue ich ihm die Nachfolge nicht ganz zu, aber ich denke, das ist eine Frage der Zeit und der Gewöhnung“, erklärt Sigrid Schieber aus Ellhofen.
„Bestätigt im Positiven wie im Negativen“: Trauen die Heilbronner Cem Özdemir das Ministerpräsidentenamt zu?
Kerstin und Andreas Albus aus Heilbronn waren gemeinsam beim Wahlcheck in der Sparkasse und freuten sich über die direkte Art des Grünen‑Spitzenkandidaten: „Ich traue ihm das Amt als Ministerpräsident auf jeden Fall zu“, sagt Kerstin Albus. „Özdemir ist authentisch, hat sich den Fragen heute gut gestellt und war konkret in seinen Antworten.“ Auch die Fragen von Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer fanden Anklang – wenn auch mit einem Augenzwinkern: „Die Fragen waren gut ausgewählt und gestellt, wenn auch vielleicht etwas Audi‑zentriert“, meinte Andreas Albus.
Am Ende des Stimme-Wahlchecks wurde per QR‑Code darüber abgestimmt, ob sich die Wahlentscheidung der Anwesenden geändert habe. 15 Prozent stimmten dabei mit Ja. Lucia Gritzki aus Schwäbisch Hall gehörte zu den anderen 85 Prozent: „Meine Meinung hat sich heute im Positiven wie im Negativen bestätigt“, sagt Gritzki. „Ich hätte mir jugendnähere Aussagen und Pläne versprochen – und auch auf den Klimaschutz hätte er genauer eingehen können. Dass Baden‑Württemberg als Ganzes zusammenstehen soll und die Positionierung gegenüber der AfD wiederum haben mir zugesagt.“
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