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Wahlkreis Hohenlohe
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CDU siegt klar und holt sich das Direktmandat von den Grünen zurück

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Die AfD zieht bei den Zweitstimmen knapp und bei den Erststimmen klar an den den Grünen vorbei. Wie bewerten Tim Breitkreuz, Anton Baron und Mario Dietel das Ergebnis? SPD und FDP stürzen böse ab.  

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Die CDU ist wieder stärkste Kraft. Die AfD zieht bei den Zweitstimmen knapp und bei den Erststimmen deutlich an den Grünen vorbei. SPD und FDP stürzen desaströs ab, die Linke bleibt so schwach wie 2021: Die Landtagswahl im Wahlkreis Hohenlohe hat für einige Ausrufezeichen gesorgt.

Tim Breitkreuz holt 38,8 Prozent bei den Erststimmen: Das ist ein Statement

Zuletzt saßen drei Abgeordnete im Parlament, künftig sind es nur noch zwei. Tim Breitkreuz hat das Direktmandat mit deutlichem Abstand gewonnen: 38,8 Prozent. Das ist ein Statement. Auch bei den Zweitstimmen liegt die CDU klar vorn, allerdings fällt das Ergebnis mit 32,7 Prozent sechs Prozentpunkte niedriger aus. Damit steht fest: Breitkreuz ist mit seinem zentralen Wahlziel durchgedrungen, dass er nur über einen Sieg bei den Erststimmen einen Sitz im Landtag sicher hat.

Landtagswahl 2026: Das sagt der Sieger zu seinem klaren Ergebnis

„Das Ergebnis bei den Erststimmen übertrifft alle Erwartungen, es ist brillant“, sagt Breitkreuz gestern Abend. „Das ist ein starkes Mandat und ein starker Auftrag von Hohenlohe für Stuttgart.“ Breitkreuz hatte im Wahlkampf nichts dem Zufall überlassen und für sich und die CDU so intensiv getrommelt wie noch nie. Jetzt kann er sagen: „Der hohe Aufwand hat sich definitiv gelohnt.“ Auch wegen des Ergebnisses bei den Zweitstimmen, das ebenfalls „sehr, sehr gut“ sei und rund drei Prozentpunkte über dem Landesschnitt liege. 

Anton Baron von der AfD ist der zweite Gewinner

Der zweite Gewinner im Wahlkreis Hohenlohe ist die AfD. Rund 24 Prozent und damit zehn Prozentpunkte mehr: Damit kann Anton Baron mehr als zufrieden sein – und das sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen. „Ich hatte mir 25 Prozent erhofft, mit 24 Prozent bin ich aber auch zufrieden“, erklärt Baron. „Klar hätte ich mir auch das Direktmandat gewünscht, aber Tim Breitkreuz hat die Karte bei der Erststimme ziemlich clever gespielt. Das muss man ihm zugestehen.“ Wohin geht die Reise für ihn in Stuttgart? „Das muss die Fraktion entscheiden, wir werden uns im April konstituieren. Wir sind ja jetzt die einzige Oppositionspartei, die stark dazugewonnen hat.“ Strebt er noch einmal an, Fraktionsvorsitzender zu werden? „Ich werde ja nochmal Papa, da geht die Familie jetzt auch mal vor, deshalb muss ich nicht mehr unbedingt ganz vorne stehen.“

Kuchen und Blumen gab es für Mario Dietel, der im Kampf um die Erststimme Dritter wurde und den Einzug in den Landtag über die Zweitstimme knapp verpasste.
Kuchen und Blumen gab es für Mario Dietel, der im Kampf um die Erststimme Dritter wurde und den Einzug in den Landtag über die Zweitstimme knapp verpasste.  Foto: Tamara Ludwig

Mario Dietel wird im Kampf um das Direktmandat nur Dritter

Schon vor dem Urnengang war klar, dass Baron erneut und damit zum dritten Mal in den Landtag einzieht, weil er auf der AfD-Landesliste den dritten Platz einnahm. Breitkreuz hingegen lag abgeschlagen auf Rang 33. Er musste also unbedingt das Direktmandat holen. Gleiches galt für Mario Dietel, der bei den Grünen nur auf Platz 56 stand. Doch der Youngster schaffte es am Ende nicht, Breitkreuz und Baron zu überholen. Nur 19,3 Prozent wählten Dietel bei der Erststimme. Wo doch vor allem er es war, der am Ende ein Duell mit Breitkreuz heraufbeschwor, obwohl der von Anfang eher das direkte Duell mit Anton Baron suchte. Der Kampf ums Direktmandat wurde so zu einem Triell, das freilich die zwei am härtesten und längsten Duellierenden am Ende unter sich ausmachten.

Doch der vermeintliche Verlierer wirkt gar nicht geknickt

Mario Dietel wirkt am Sonntagabend aber keinesfalls geknickt. „Ich bin guter Dinge und freue mich, dass ich nicht ganz unrealistische Chancen habe, in den Landtag nachzurücken.“ Dann nämlich, wenn einer der Abgeordneten aus dem künftigen Parlament ausscheidet. Denn zur Überraschung aller „hätte es jetzt für mich anhand des Zweitstimmenergebnisses fast doch gereicht, in den Landtag einzuziehen“. Er sei nun der „dritte Nachrücker“ für den Fall der Fälle. Dietel spricht von einem „engagierten Erststimmenwahlkampf, der auch unser Zweitstimmenergebnis positiv beeinflusst hat“. Und: „Unser Hauptziel haben wir erreicht: Cem Özdemir wird der neue Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

SPD und FDP stürzen böse ab, Linke kommt nicht vorwärts

Böse Abstürze erlebten die SPD und FDP im Wahlkreis Hohenlohe. Und mit ihnen die beiden jungen Kandidaten Jonas Aberle und Finn Pfaller. 5,1 und 4,4 Prozent bei den Zweitstimmen. Das ist das bei weitem schlechteste Ergebnis, das die Parteien je bei Landtagswahlen eingefahren haben. Weiter auf der Stelle tritt die Linke im Wahlkreis Hohenlohe. Mehr als 2,9 Prozent war auch diesmal nicht drin. 

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