Bezahlbare Mieten für alle: SPD-Kandidatin Bettina Fischer im Portrait
Die Schwaigerner Ortsvereinsvorsitzende Bettina Fischer kandidiert bei der Landtagswahl am 8. März 2026 für die SPD. Besonders am Herzen liegen ihr die Entlastung der Mittelschicht und Klimaschutz, der die Reichen mehr in die Verantwortung nimmt.

Im Fall von Bettina Fischer ist es kein abgedroschenes Sprichwort: Die Politik wurde ihr tatsächlich irgendwie in die Wiege gelegt. Als Staatsfeinde reisen ihre Eltern 1981 aus der DDR aus, ein Jahr später kommt die Tochter in Heilbronn zur Welt. „Ich war immer politisch geprägt durch meine Eltern“, berichtet die 43-Jährige, die seit 14 Jahren Mitglied in der SPD und seit einem Jahr Vorsitzende des Ortsvereins Schwaigern-Massenbachhausen ist. In der Landtagswahl am 8. März tritt sie für ihre Partei als Kandidatin im Wahlkreis Eppingen an. Ihr Credo: „Aufregen kann sich jeder. Aber wenn man etwas verändern will, muss man mitmachen.“
Landtagswahl 2026: SPD-Kandidatin aus Schwaigern will Mittelschicht stärken
Als Politikerin setzt sich Fischer für die Mittelschicht ein. „Ein dringendes Problem sind die Mietpreise“, kritisiert sie. „Die sind bei uns im Landkreis enorm hoch.“ Zwar sei es gut, dass der Wirtschaftsstandort wächst, aber wohnen müsse auch für Menschen mit normalen Gehältern bezahlbar bleiben.
„Es trifft immer die niedrigen und mittleren Einkommen“, so Fischer. Den Kommunen fehle das Geld, freiwillige Leistungen würden gestrichen, Gebühren erhöht. Mittlerweile sei es soweit, dass „es fast nicht mehr funktioniert“. Für sie steht fest: „Das Land ist hier verantwortlich, Lösungen zu finden.“
Besonders am Herzen liegt Bettina Fischer der Klimaschutz. Nach dem Soziologiestudium in Bamberg arbeitet sie zunächst viele Jahre im Vertrieb, bevor sie sich nach einem Schlüsselerlebnis neu orientiert. Die begeisterte Taucherin bereist während eines Sabbaticals Indonesien. Was sie im Wasser zunächst für Quallen hält, sind eigentlich Plastiktüten. Bei dem Versuch, sie herauszufischen, lösen sie sich auf. Die Erfahrung öffnet ihr die Augen. Fischer wechselt zu einer kleinen NGO, bei der sie an Nachhaltigkeitsprojekten arbeitet.
SPD-Kandidatin Fischer: Klimaschutz muss sozial gerecht sein
Klimaschutz, meint Fischer, sei auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Vermögende hätten einen größeren ökologischen Fußabdruck, das werde aber bei der Besteuerung nicht berücksichtigt. Sie warnt vor einer „Gießkannenlösung“, bei der alle Gruppen, auch die mit niedrigen und mittleren Einkommen, gleich belastet werden.
In ländlichen Gebieten werde besonders spürbar, dass Klimaschutz auch eine Geldfrage ist. „Auf dem Land braucht man ein Auto“, sagt Bettina Fischer, zum Beispiel um zur Arbeit oder Arzt zu kommen. E-Autos seien allerdings teuer, der ÖPNV oft schlecht ausgebaut und kostspielig. Sie fordert eine Staffelung bei den Ticketpreisen. „Jeder zahlt immer den selben Preis“, bemängelt sie. Eigentümer mit wenig Geld könnten zudem ihre Häuser nicht teuer modernisieren.
Schlechte Umfragewerte bei der SPD – Fischer wirbt für Sozialdemokraten
Trotz zuletzt schlechter Umfragewerte für ihre Partei, schaut die Sozialdemokratin kämpferisch nach vorne. Die CDU sei gerade dabei, immer stärker die Arbeitnehmerrechte einzuschränken. Die zu beschützen, sei das Ziel der SPD. Schwarz-Grün habe in der langen Zeit nicht genug vorangetrieben – etwa in den Bereichen Bildung und Kinderbetreuung. „Das sind alles Themen, die im Alltag der Bürger spürbar sind.“
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare