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AfD-Kandidat Baron: „Wir sind eine etablierte Partei“

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Bislang ist Anton Baron Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag. Ob er das auch nach der Wahl sein wird, ist unklar – wie er seine Partei in der politischen Landschaft sieht und wie er regieren will.

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Anton Baron (AfD) ist derzeit Fraktionsvorsitzender im Landtag.
Anton Baron (AfD) ist derzeit Fraktionsvorsitzender im Landtag.  Foto: Götz Greiner

Seit zehn Jahren ist Anton Baron im Landtag. „Inzwischen sind wir eine etablierte Partei“, sagt er. Das sei nicht dasselbe „Etabliert“, mit dem sich AfD-Mitglieder von den von ihnen auch als „Altparteien“ bezeichneten Parteien abgrenzen. „Das sind die, die seit Jahrzehnten in Regierungen sitzen und für die wir problematisch sind.“ 

Diese hätten sich Instrumente geschaffen, um an der Macht zu bleiben. Eine „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ zum Beispiel. So bezeichnet es Baron, wenn wegen der Bezeichnung „Pinocchio-Kanzler“ wegen Beleidigung ermittelt wird. Ein anderes Instrument sei der Verfassungsschutz. Ob die Verfassung nicht geschützt werden müsse? „Ja, vor Verfassungsfeinden wie die Terroristen in Berlin. Aber nicht vor einer Partei.“

Parteienverbot: Das sagt der AfD-Kandidat zu diesem Mittel

Dass das Parteienverbot ein Mittel der wehrhaften Demokratie ist, durch das die kommunistische KPD und die rechtsextreme SRP verboten wurden, kommentiert Baron: „Das waren andere Zeiten, mit wirtschaftlichen Umbrüchen. Davon sind wir ja gerade weit entfernt.“

Auf den Wahlplakaten wirbt die AfD mit vagen Sprüchen. „Du siehst es doch auch“, steht dort zum Beispiel. Was „es“ ist? „Der allgemeine Zustand des Landes“, sagt Baron. „Wir hatten einmal eine florierende Wirtschaft“, die Migration und die Pünktlichkeit der Bahn seien zum Beispiel Probleme. „Jeder soll darüber nachdenken, was nicht funktioniert.“

Anton Baron hält Koalition mit der CDU für möglich

Seine Partei habe mittlerweile die „Verrückten, Extremen und Berufsquerulanten herausgeworfen“, findet Baron. Die AfD sei eine konservative Partei. Die meisten Überschneidungen habe man mit der CDU, oder mit der FDP, aber die sei „mittlerweile unbedeutend“. Baron hält eine Koalition mit der CDU für möglich. „Es ist jedenfalls das Ziel, Regierungsverantwortung zu übernehmen.“

Dabei sanken zuletzt auf Bundes- und Landesebene die Umfragewerte der AfD – in kürzlichen Berechnungen lag die AfD auf dem dritten Platz, im Oktober war sie noch auf dem zweiten. Bundesweit sinken die Werte, hat Baron beobachtet. „Das liegt wohl an dem, was Trump macht und seine Art, Deals zu machen.“ Das werde in Deutschland auf die AfD bezogen, mutmaßt er. Er ist für sich aber zuversichtlich, in den Landtag einzuziehen: Der 38-jährige Öhringer ist auf Platz drei der AfD-Landesliste.

Bleibt Baron Vorsitzender der Fraktion im Landtag? So ist seine Antwort

Seit dem Jahr 2023 ist der bald zweifache Vater Anton Baron Fraktionsvorsitzender der AfD. Es sei eine Zeit mit vielen Auftritten, Interviews und Podiumsdiskussionen in Baden-Württemberg gewesen. Eine Debatte in der Partei um das Amt hat zuletzt für Wirbel gesorgt.

Denn der Landeschef, Markus Frohnmeier hat bereits früh im Wahlkampf gesagt, Martin Rothweiler aus dem Wahlkreis Villingen-Schwenningen solle nach der Wahl zum Fraktionsvorsitzenden gewählt werden. Baron findet, „vor der Wahl sollte man keine Personaldebatte anstoßen“. Ob er wieder Ambitionen auf den Fraktionsvorsitz hat? Dazu „will ich mich nach der Wahl äußern“.

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