Bechtle, Würth und Co.: Wirtschaft ruft zur Wahl auf – „Demokratie ist ein hohes Gut“
Verbände und Unternehmen appellieren an die Bevölkerung, mit dem Urnengang die Demokratie und den Standort Deutschland zu stärken. Und geben der nächsten Bundesregierung Hausaufgaben mit auf den Weg.
Zahlreiche Wirtschaftsverbände und Unternehmen appellieren an die Bevölkerung, zur Wahl zu gehen. Einige äußern ihre Sorge um die Demokratie, andere formulieren klare Erwartungen an die nächste Bundesregierung. Für die Handwerkskammer Heilbronn-Franken geht es am Sonntag um die Verteidigung demokratischer Werte und des sozialen Friedens sowie um die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
„Die Demokratie ist ein hohes Gut, das wir schätzen und pflegen müssen“, sagt Kammerpräsident Ralf Rothenburger. Jeder Einzelne trage seinen Teil zur politischen Willensbildung bei, jede Stimme zähle. „Deshalb fordere ich alle Wahlberechtigten dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen“, so Rothenburger.
Bundestagswahl 2025: Handwerkspräsident Rothenburger fordert Wachstum, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit
Aber auch die Interessen des Handwerks hat der Kammerpräsident im Blick. „Die Politik gibt uns die Rahmenbedingungen vor, in denen wir uns unternehmerisch bewegen können. Leider wurde dem Unternehmertum in den vergangenen Jahren jedoch mehr geschadet als geholfen“, sagt Rothenburger.
Entscheidend für die Zukunft des Standorts Deutschland seien Wachstum, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit. „Daher erwarte ich von unserer künftigen Bundesregierung, dass sie die Wirtschaftsmacht Handwerk mit ihren bundesweit 1,1 Millionen Betrieben und 5,6 Millionen Beschäftigten wieder stärkt“, betont der Handwerkspräsident.
Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr weist darauf hin, dass mit dem Urnengang jeder Wahlberechtigte einen Beitrag dazu leisten könne, die Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Aufschwung zu schaffen. Vor allem die Interessen des Handwerks müssten von der nächsten Bundesregierung wieder angemessen vertreten werden, so Schnörr.
Bundestagswahl 2025: Baden-Württembergische Wirtschaft verlangt politisch-ökonomische Kehrtwende
Auch der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) und Handwerk BW fordern die Bürger zur Teilnahme an der Bundestagswahl auf. In einem gemeinsamen Appell heißt es: „Eine hohe Wahlbeteiligung ist der Schlüssel für einen politischen Neustart in Berlin, den wir jetzt dringend benötigen.“ Echten Fortschritt könne es nur mit einer politisch-ökonomischen Kehrtwende der nächsten demokratischen Regierungsfraktionen mit stabilen Mehrheiten geben, schreiben die Verbände.
„Dazu braucht es jede Stimme, macht Nicht-Wählen zur Nicht-Option“, fordern BWHK-Präsident Jan Stefan Roell und Handwerk-BW-Präsident Rainer Reichhold. Ein „Weiter so“ dürfe es auf keinen Fall geben, betonen die Funktionäre. „Wir haben zum Glück viel Substanz im Südwesten und nach wie vor große Qualität, die wir nicht schlechtreden wollen. Allerdings zehren wir nun schon seit geraumer Zeit Teile davon in dieser Strukturkrise auf, das können wir uns nicht länger erlauben.“
Bechtle wirbt für Wahlteilnahme, um die Demokratie zu stärken
Der Neckarsulmer IT-Dienstleister Bechtle fordert die Bürger auf Linkedin auf: „Nutzt eure politische Stimme verantwortungsvoll und geht am Sonntag wählen! Demokratie lebt von Partizipation, Respekt und dem gemeinsamen Ziel eines vielfältigen, toleranten und aktiven Miteinanders“, schreiben die Vorstände Thomas Olemotz, Michael Guschlbauer, Konstantin Ebert und Antje Leminsky auf der Plattform.
„Wir alle sind aufgerufen, dieses Fundament immer wieder von Neuem zu stärken und wertzuschätzen.“ Man brauche ein wirtschaftlich starkes Deutschland für Europa und ein wirtschaftlich starkes Europa für die Bewältigung der großen globalen Herausforderungen“, schreiben die Bechtle-Vorstände.
Reinhold Würth positioniert sich einmal mehr klar gegen rechts
Bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt seit Wochen das Künzelsauer Unternehmen Würth. Mit auffälligen ganzseitigen Anzeigen in zahlreichen deutschen Zeitungen wirbt Unternehmenspatriarch Reinhold Würth für die Teilnahme an der Bundestagswahl. „Jede Stimme gegen Rechts für demokratische Parteien ist Gold wert“, heißt es in der Anzeige. Wer zur Wahl gehe, schütze aktiv das Grundgesetz und stärke das freiheitlich-demokratische Zusammenleben und die Europäische Union, so Würth.
Bereits in der Vergangenheit hatte sich Reinhold Würth klar gegen die AfD positioniert und von der Wahl der Rechtspopulisten gewarnt.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare