Umfrage in Heilbronn: Ist die Brandmauer gefallen?
Passanten in Heilbronner Innenstadt äußern sich zur Abstimmung der CDU-Anträge über die Migrationspolitik im Bundestag.

Am Mittwoch hat die Union in der Migrationspolitik eine Mehrheit erstmals mit Stimmen der AfD erreicht. Was denken Passanten in der Heilbronner Innenstadt darüber?
Erich Thiel ist entsetzt: „Eine Katastrophe, die ganze Geschichte.“ Der 68-jährige Pensionär vermutet, dass Merz einen Fehler gemacht hat, dieser werde der AfD nutzen, nicht der CDU. „Ein Dammbruch in der deutschen Politik, furchtbar.“
In der Heilbronner Innenstadt haben die Passanten unterschiedliche Ansichten
Petra Ulbrich, 68 Jahre alt, meint: „Die CDU hat sich nichts Gutes damit getan.“ Für sie sei das nah am Fall der Brandmauer dran gewesen. Man müsse mit demokratischen Mitteln etwas gegen die AfD tun, „wir müssen alle was dagegen tun“. Erst mal, indem man wählen gehe.
Der Heilbronner Peter Weisser ist der Meinung, dass es wohl hat sein müssen. Merz dürfe aber keine weiteren Kontakte mit der AfD aufbauen. Der 83-Jährige sieht die Abstimmung als „Weckruf“, Scholz müsse aufwachen.
CDU-Antrag mithilfe von AfD-Stimmen: Passanten bewerten das unterschiedlich
Mathilda Weidelich aus dem Schwarzwald findet es schwierig, inwieweit man der AfD eine Plattform im Bundestag gibt. Aber die Partei wurde gewählt, gibt die 22-Jährige zu bedenken, sie empfindet es als ein „Graubereich der Demokratie“. Friedrich Merz’ Handeln mache den CDU-Politiker unglaubwürdig und inkonsequent. Doch die Konsequenz einer Partei mache viel aus, auch für das Vertrauen der Wähler.
Der 18-jährige Justus Dittrich sagt: „Ich finde die Entscheidung von der CDU mit der AfD nicht gut.“ Er finde zwar auch, dass etwas in der Migrationspolitik getan werden müsse, setzt dabei aber auf Integration. Den Abstimmungsprozess am Mittwoch betrachtet der Leingartener an sich als demokratisch. Es sei aber schwierig, weil das Thema „brandheiß“ sei. Zu Merz erklärt Dittrich, dass er nur die Stimmen in Kauf genommen habe und nicht mit der AfD zusammengearbeitet hat. Eine Koalition der beiden Parteien fände er nicht gut.
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