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Bundestagswahl: Diese Parteien liegen bei Jugendlichen in Heilbronn und Neckar-Zaber vorne

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Wie ticken Jung- und Erstwähler? Bei der U18-Wahlsimulation gibt es deutliche Unterschiede. Bundesweit gewinnt Die Linke, in den regionalen Wahlkreisen zeigt sich ein anderes Bild.


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Die Jung- und Erstwähler haben abgestimmt – und die Ergebnisse der U18-Wahl zeigen deutliche regionale Unterschiede. Während im Wahlkreis Heilbronn die CDU die meisten Stimmen erhielt, setzte sich im Wahlkreis Neckar-Zaber die AfD an die Spitze. Bundesweit hingegen gewann Die Linke die Wahl. Obwohl die U18-Wahl nicht repräsentativ ist, bietet sie dennoch Einblicke in das Wahlverhalten der Kinder und Jugendlichen zur Bundestagswahl.

U18-Bundestagswahl 2025 in den Wahlkreisen Heilbronn und Neckar-Zaber

Während 16-Jährige bei Landtagswahlen bereits abstimmen dürfen, sind auf Bundesebene Vorstöße in diese Richtung bislang gescheitert. Relevant ist immer auch die entsprechende Wahlbeteiligung.

„Es wird bei jungen Menschen oft von Politikverdrossenheit gesprochen, dabei ist das Interesse durchaus da“, sagt Josephine Rauner-Schläger, Bildungsreferentin beim Stadt- und Kreisjugendring Heilbronn (SKJR). Dieser stellte sieben der 14 selbstorganisierten Wahllokale in Heilbronn und zwei der sechs Wahllokale in Neckar-Zaber. „Der Diskurs geht nicht an den jungen Menschen vorbei“, sagt Rauner-Schläger. Gleichzeitig fühlten sie sich von der Politik oft nicht wahrgenommen.

Jugendwahl zur Bundestagswahl 2025: Die Wahlergebnisse im Detail

In Heilbronn stimmten 1400 Kinder und Jugendliche ab. Die CDU erhielt 20 Prozent der Stimmen, gefolgt von der AfD mit 16,5 Prozent, der SPD mit 16,3 Prozent und der Linken mit 14,5 Prozent. Die Grünen kamen hier auf 7,4 Prozent, die Tierschutzpartei bekam 7,3 Prozent und Bündnis Sahra Wagenknecht 7 Prozent.

Im Wahlkreis Neckar-Zaber, wo 142 Jugendliche ihre Stimme abgaben, erreichte die AfD 22,6 Prozent, dicht gefolgt von der Linken mit 20,4 Prozent. Grüne und SPD kamen jeweils auf 14,6 Prozent, während die CDU mit 11,7 Prozent abschnitt. Sonstige Parteien erhielten insgesamt 16,1 Prozent.

Die U18-Wahl fand bundesweit vom 7. bis 14. Februar statt. In 1812 Wahllokalen stimmten 166 443 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ab. Organisiert wird das Projekt vom Netzwerk U18, in Baden-Württemberg vom Landesjugendring gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten. Bundesweit konnte sich bei der U18-Wahl Die Linke mit 20,84 Prozent durchsetzen, gefolgt von der SPD mit 17,9 Prozent, der Union mit 15,7 Prozent, AfD mit 15,5 Prozent und Grüne mit 12,5 Prozent.

Linke und AfD erreichen Jugend vor allem über Tiktok

Ist der bundesweite Erfolg der Linken bei jungen Menschen dem Einfluss sozialer Medien geschuldet? Dort punktet die Partei derzeit mit Beiträgen, und auch die AfD, die auf Tiktok aktuell die meisten Follower hat, profitiert von ihrer Präsenz. Sie sei überzeugt, sagt Josephine Rauner-Schläger, dass Plattformen wie Tiktok und Instagram eine immer stärkere Rolle bei der politischen Meinungsbildung junger Menschen spielen.

Obwohl bei der U18-Wahl üblicherweise nur die Zweitstimme erfasst wird, wurde in Heilbronn und Neckar-Zaber auch die Erststimme abgefragt. CDU-Direktkandidat Alexander Throm erhielt in Heilbronn mit 23,2 Prozent die meisten Stimmen, während in Neckar-Zaber Julia Schlembach (Linke) mit 34,1 Prozent vorn lag. „Uns war auch die Erststimme wichtig“, betont Rauner-Schläger. „Dadurch gewinnen wir einen Eindruck davon, wie die Jung- und Erstwähler die Direktkandidaten wahrnehmen.“ Die Kandidaten standen zuvor in Wahlveranstaltungen des SKJR in beiden Wahlbezirken Rede und Antwort.

Diskussionsrunden mit Direktkandidaten

Die Wahllokale werden bei der U18-Wahl nicht nur von Jugendorganisationen, sondern auch in Schulen eingerichtet. Ob sich Jugendliche intensiv mit der Bundestagswahl auseinandersetzten, hängt das Interesse laut Rauner-Schläger auch stark vom Engagement der Gemeinschaftskundelehrer ab. Während einige Schüler zur Wahl mehr oder weniger überredet werden mussten, seien andere hochinteressiert gewesen. Das hänge auch davon ab, ob sie bereits im Unterricht über Politik diskutiert haben, so Rauner-Schläger.

In Weinsberg lud der SKJR gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendreferat sowie dem Kreisjugendreferat ins Jugendhaus ein. Dort stellten 66 Teilnehmer den Politikern Fragen zu ihren Zielen und Plänen für junge Menschen. Gerade solche Veranstaltungen und Initiativen könnten helfen, das Vertrauen junger Menschen in die Politik zu stärken.

„Für beide Seiten war das ein großer Mehrwert“, resümiert Rauner-Schläger. „Es gab tolle Diskussionen und einen direkten Austausch zwischen Kandidaten und Schülern.“ Ihr Eindruck: „Die Jugendlichen haben sich intensiv mit den Parteien und den Kandidaten auseinandergesetzt.“

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