Nicht nur für Unentschlossene: Darum kamen die Gäste zum Wahlforum Neckar-Zaber
Welche Koalitionen gewünscht sind und was am Abend überraschte. Die Besucher der Stimme-Veranstaltung äußern sich zu Diskussion der regionalen Spitzenkandidaten.

Der Abend habe seine Wahlentscheidung bestätigt, sagt Markus Berndl. Der 46-Jährige aus Meimsheim wusste schon vor dem Wahlforum im Brackenheimer Bürgerzentrum, wo er bei der Bundestagswahl sein Kreuzchen setzt. „Die Kandidaten der Veranstaltung waren allgemein rhetorisch interessant.“ Sie hätten ihre Punkte überzeugend rübergebracht, meint Berndl.
Wichtig sind dem Meimsheimer die Energiewende und soziale Aspekte wie Kinderbetreuung und Mindestlohn. Könnte er sich eine Koalition wünschen, wäre diese schwarz-rot, denkbar wäre für ihn auch eine grüne Beteiligung. „Es waren recht wenig Zuschauer da“, sagt Berndl über das Forum. Es sei wichtig, die Kandidaten live zu sehen.
Zu wenig Zuschauer? Besucher hätten sich mehr Beteiligung gewünscht
Nicole (47) und Jens (50) Morlok aus Brackenheim besuchten das Wahlforum, „um unserem Kandidaten den Rücken zu stärken“. Auch Nicole Morlok sagt: „Ich fand nur schade, dass die Beteiligung so wenig war.“ Ihr Mann Jens Morlok ist der Meinung, dass es zu viel Diskussion gab. Für unentschlossene Wähler wären mehr Infos zu den Parteien und deren Programmen vielleicht hilfreich gewesen.
Das Ehepaar Morlok hatte die Wahlentscheidung schon vor dem Abend getroffen. Wichtig ist den beiden Selbstständigen das Thema Wirtschaft. Nicole Morlok interessiert sich auch für das Thema Migration. Eine Wunsch-Koalition? „Schwierig, das kann ich nicht sagen“, erklärt sie. Es sei schließlich kein Wunschkonzert, eine Dreier-Konstellation wäre ihr aber nicht recht. Da sei es zu schwer, sich zu einigen. Jens Morlok wäre es am liebsten, wenn seine bevorzugte Partei alleine regieren könnte.
Wahlforum bietet Möglichkeit sich eigenen Eindruck von Kandidaten zu machen
Die 15-jährige Rosa Drobny aus Neipperg hat am Abend des Wahlforums manche inhaltlichen Punkte wiedergefunden, die sie schon aus dem Schulunterricht kannte. Auch wenn sie noch nicht wählen darf, hat sie eine politische Meinung. Eine Partei, die sie wählen würde, hat sie „ungefähr“ auch schon.
„Zu manchen Menschen hat sich meine Meinung bekräftigt.“ Wie das Wahlforum ablaufen wird, habe sie sich vorher denken können. Von Aussagen des AfD-Kandidaten Dieter Glatting war sie teilweise negativ überrascht. Drobny ist das Thema Migrationspolitik wichtig und auch bei Aussagen über das Thema Gleichberechtigung habe sie sich wiedergefunden.
Sich mit Politik auseinandersetzen – fast schon „Bürgerpflicht“
Für ihren Stiefvater Claudio Pichierri stand vor dem Abend fest, wen er wählen möchte. Dennoch ist er ins Bürgerzentrum gekommen. „Weil ich finde, Politik kann man zur Zeit nicht aus dem Weg gehen.“ Es sei fast schon eine „Bürgerpflicht“, sich damit auseinanderzusetzen. „Ich würde mir wünschen, dass man sich überlegt, wie eine moderne, soziale Marktwirtschaft funktioniert.“
Dass das Thema Migration im aktuellen Wahlkampf so viel Raum einnehme, findet der 54-Jährige erstaunlich: „Bedauerlich, dass das so emotional ist.“ Der Dienstagabend sei sehr „Partei-Slogan-lastig“ gewesen. Er sei zwar kein Fan der Partei, doch der Mann von der FDP habe ihn überrascht, da er argumentiert habe.
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