Stimme+
Singles, Alleinerziehende und Familien
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Mehr Geld in den Taschen? Wer von den Steuerplänen der Parteien profitieren kann

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Für die Bundestagswahl werben die Parteien mit ihren jeweiligen Steuerplänen. Je nach Einkommensklasse können sich die Vorhaben lohnen. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Im Wahlkampf überbieten sich die Parteien einmal mehr mit großen Steuerplänen. Die Bürger sollen mit entsprechenden Maßnahmen deutlich entlastet werden, die Schwerpunkte der Parteien, die kurz vor der Bundestagswahlstehen, sind dabei aber unterschiedlich. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat sich die Steuerpläne der Parteien genauer angeschaut und analysiert, was diese für Singles, Alleinerziehende und Familien bedeuten würden.

Wie würden verschiedene Einkommensklassen von den Steuerplänen der Parteien profitieren?

Die IW-Studie zeigt, wie sich die Steuerpläne der Parteien auf unterschiedliche Einkommensklassen auswirken würden. Wie viel Geld ein Single-Haushalt mit einem Einkommen von 50.000 Euro durch die Pläne der Parteien mehr in der Tasche hätte: 

  • SPD: 210 Euro
  • CDU/CSU: 869 Euro
  • Grünen: 478
  • FDP: 2211 Euro
  • BSW: 1426 Euro
  • Der Linken: 1902 Euro
  • AfD 1381 Euro

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Singles mit einem Jahresbruttoeinkommen von 70.000 Euro. Auch hier wäre die Entlastung bei den Steuerplänen der FDP mit 3694 Euro im Jahr am höchsten, jene der SPD mit 293 Euro am niedrigsten.

Die Linke zeigt sich bei der Steuerentlastung besonders spendabel

Ganz anders sieht es Alleinerziehenden mit einem Jahresbruttoeinkommen von 36.000 Euro aus. Hier wäre die Entlastung bei den Linken mit 2553 Euro mit Abstand am höchsten. Bei der SPD hätten die Alleinerziehenden lediglich 174 Euro mehr in der Tasche, bei der Union 608 Euro, bei den Grünen 588 Euro und bei der FDP 879 Euro.

1071 Euro mehr versprechen die Steuerpläne des BSW, 982 Euro mehr die AfD. Dieses Bild zeichnet sich in ähnlicher Weise bei einem Jahresbruttoeinkommen von 50.000 Euro. Auffällig ist hier allerdings, dass die FDP mit 1861 Euro nach der Linken mit 3017 Euro die zweithöchste Entlastung für Alleinerziehende verspricht.

Spendabel zeigt sich die Linke auch bei der Entlastung von Familien mit zwei Verdienern und zwei Kindern. Bei einem Jahresbruttoeinkommen von 42.000 und 24.000 Euro werden diese mit 5346 Euro steuerlich entlastet. Werden in der Familie 60.000 und 30.000 Euro im Jahr verdient, sind es bei den Plänen der Linken sogar 6044 Euro mehr.  Von der SPD gibt es hier im ersten Fall nur 352 Euro mehr, im zweiten sind es 396 Euro. Die anderen Parteien liegen zwischen diesen Extrempolen.

Studienautor kritisiert bei allen Parteien die fehlende Gegenfinanzierung

„Steuerentlastungen sind der beste Weg, um Menschen zu mehr Arbeit zu motivieren“, sagt IWW-Steuerexperte Martin Beznoska. Daher sei es grundsätzlich sinnvoll, alle Einkommensklassen zu entlasten. Unklar bleibe jedoch bei allen Vorschlägen, woher das Geld für diese Entlastungen kommen soll. „Diese zentrale Frage meiden die Parteien gleichermaßen“, kritisiert der Studienautor.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben