Stimme+
Bundestagswahl in der Region
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Das sagen die Bewerber aus dem Wahlkreis Neckar-Zaber zum Ergebnis

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Bundestagswahl sind da, einige Fragen sind noch offen. Wir haben die Stimmen der Bewerber aus dem Wahlkreis Neckar-Zaber gesammelt. 

Trotz des schlechten Bundesergebnisses: SPD-Mario Sickinger kann noch lächeln.
Trotz des schlechten Bundesergebnisses: SPD-Mario Sickinger kann noch lächeln.  Foto: Seidel, Ralf

„Ich freue mich riesig“, sagt Fabian Gramling zu seinem Abschneiden. Es fehlen am späten Abend zwar noch zwei, drei  Ergebnisse aus dem Wahlkreis Neckar-Zaber für den CDU-Bundestagsabgeordneten. Aber er liegt bei „39,x“ Prozent. Diese deutliche Steigerung ist für ihn Ansporn und Motivation, die Region in der Bundeshauptstadt weiter zu vertreten. „Die Frage ist, kriegt man den Politikwechsel in Berlin hin?“ Was die Stimmung des 37-Jährigen etwas drückt: Dass viele CDU-Kollegen, die ihren Wahlkreis gewinnen, wegen des neuen Wahlrechts nicht in den Bundestag einziehen. 

„Von den drei Ampelparteien haben wir am wenigsten verloren“, kommentiert Maximilian Schweizer, Grünen-Kandidat im Wahlkreis Neckar-Zaber die ersten Hochrechnungen für seine Partei. „Wir sind einigermaßen stabil geblieben; die Verluste halten sich im Rahmen. Das ist die Leistung von Robert Habeck.“ Zu möglichen Koalitionen: „Es ist noch zu früh, um konkret zu werden.“ Man müsse abwarten, was der Wahlabend noch bringt, sagt Maximilian Schweizer nach den ersten Hochrechnungen. 

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Fabian Gramling konnte im Wahlkreis Neckar-Zaber sein Ergebnis von 2021 deutlich auf fast 40 Prozent steigern.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Fabian Gramling konnte im Wahlkreis Neckar-Zaber sein Ergebnis von 2021 deutlich auf fast 40 Prozent steigern.  Foto: Lina Bihr

Bei der FDP müssen Wunden geleckt werden

Am späteren Abend ist klar: Die FDP scheitert voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde. Dementsprechend bedrückt ist FDP-Kandidat Andrey Belkin im Wahlkreis Neckar-Zaber. Zwei Stunden vorher hatte er noch die Hoffnung, dass es für seine Partei knapp in den Bundestag reicht. Nun müssten wohl erst einmal Wunden geleckt werden. „Dann folgt sicher eine Analyse. Wir müssen schauen: Was hat zum Scheitern geführt?“ Belkin ist überzeugt: „Der Liberalismus in Deutschland ist nicht weg.“ Die liberale Stimme im Parlament werde fehlen. „Wir haben Inhalte und Werte, die es nun in der Form nicht mehr geben wird“ – zum Beispiel, was die individuelle Freiheit  betreffe. 

Das erwartete „blaue Wunder“, auf das man auf Bundesebene gehofft habe, sei zwar nicht eingetreten, sagt der AfD-Kandidat des Wahlkreises, Dieter Glatting, kurz nach 19 Uhr zu den prognostizierten 19,9 Prozent. Dennoch liege das Ergebnis „im Rahmen unserer Erwartungen“. Spannend werde sicherlich die Sitzverteilung auf Landesebene, so Glatting. Bundesweit greife „irgendwann die normative Kraft des Faktischen“, erwartet er, dass die CDU früher oder später auf die AfD zukomme bei der Frage, mit welchem Koalitionspartner sie ihre politischen Ziele am besten wird umsetzen können. 

Trotz des schlechten Bundesergebnisses: SPD-Mario Sickinger kann noch lächeln.
Trotz des schlechten Bundesergebnisses: SPD-Mario Sickinger kann noch lächeln.  Foto: Seidel, Ralf

Die Linke: Themen der Menschen zu eigen gemacht

„Wir haben mit großer Unterstützung einen tollen Wahlkampf gemacht und konnten auch viele neue Mitglieder begrüßen“, freut sich Julia Schlembach, Kandidatin der Linken, am Wahlabend über die mehr als acht Prozent der Wählerstimmen. Gepunktet habe ihre Partei bundesweit vor allem dadurch, „dass wir die Themen der Menschen zu unseren gemacht haben und dies stringent nach außen und nach innen vermittelt haben“. 

Auch wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist: SPD-Kandidat Mario Sickinger ist mit seinem persönlichen Wahlkampf der letzten Wochen zufrieden: „Mir war es eine Herzensangelegenheit, dass die Sozialdemokratie greifbar ist.“ Mehrere 1000 Kilometer habe er zurückgelegt, mit vielen Wählern und Bürgermeistern habe er gesprochen. Das Ergebnis habe sich abgezeichnet: „Aber es ist enttäuschend und erschreckend, dass 20 Prozent der Wähler rechtsextrem gewählt haben“, sagt der Beilsteiner. Auch wenn sein Wahlkreis konservativ geprägt sei: „Ich habe abgeliefert.“ Deshalb möchte er, wenn er erneut nominiert werden sollte, in vier Jahren wieder antreten. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben