Christine Carboni soll für Katherina Reiche sprechen

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Frühere Mitarbeiterin von Würth Elektronik soll Sprecherin der Bundeswirtschaftsministerin werden. Als Wahlkampfmanagerin für Friedrich Merz hatte Christine Carboni wenig Glück.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht derzeit massiv in der Kritik. Nun soll Christine Carboni die Außendarstellung Reiches verbessern.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht derzeit massiv in der Kritik. Nun soll Christine Carboni die Außendarstellung Reiches verbessern.  Foto: Kay Nietfeld

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche steht derzeit massiv in der Kritik. Vor allem ihre Energiepolitik, die verstärkt auf fossile Energieträger wie Gas setzt, stößt bei großen Teilen der Opposition und Umweltschützern auf Kritik und Unverständnis. Zudem will die frühere Chefin der Eon-Tochter Westenergie den Ausbau und die Förderung der erneuerbaren Energien deutlich abbremsen. Zuletzt zog sich Reiche mit ihrer öffentlichen Kritik an Koalitionspartner Lars Klingbeil (SPD) den Unmut von Bundeskanzler Friedrich Merz zu. Auch gilt die Wirtschaftsministerin in ihrem Ministerium als unnahbar, kontrollsüchtig und misstrauisch, wie zuletzt die Durchsuchung von E-Mail-Konten von Mitarbeitern deutlich machte.

Christina Carboni wechselte im Februar 2024 von Würth Elektronik zur CDU

Katherina Reiche hat in der Außendarstellung als auch in der Koalition also viel Luft nach oben. Deshalb holt sich die 51-Jährige nach Informationen des „Spiegel“ nun eine persönliche Sprecherin. Wie das Magazin unter Berufung auf mehrere Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums in Berlin berichtet, soll es sich dabei um Christine Carboni handeln. Die 51-Jährige ist in der Region keine Unbekannte. Carboni arbeitete für die Würth-Tochter Würth Elektronik in Niedernhall. Im Februar 2024 wechselte sie von Würth Elektronik zur CDU, wo sie als Hauptabteilungsleiterin Kampagne und Mobilisierung die CDU-Kampagne zur Europawahl 2024 und zur Bundestagswahl 2025 verantwortete. Vor allem bei der Bundestagswahl blieb die Union mit 28,6 Prozent der Stimmen deutlich hinter ihren ambitionierten Zielen zurück.

Carboni wurde angeblich eine Mitschuld am schwachen CDU-Wahlergebnis gegeben

Im Dezember 2025 wurde bekannt, dass Christine Carboni zum Wirtschaftsrat der CDU wechselt, wo sie die Geschäftsführung für die Verbandsentwicklung übernahm.  Mehrere Medien berichteten damals, dass Carboni in der Partei eine Mitschuld für das schwache Wahlergebnis der Union gegeben worden sei. Offiziell hieß es damals freilich, Carboni wechsele auf eigenen Wunsch zum Wirtschaftsrat der CDU.

Nun soll Christine Carboni also das Image von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche aufpeppen. Keine leichte Aufgabe für die 51-Jährige. Der langjährige Leiter der Pressestelle im Bundeswirtschaftsministerium, Korbinian Wagner, hätte nach „Spiegel“-Informationen im Herbst 2025 zum persönlichen Sprecher Reiches befördert werden sollen. Doch die Ministerin habe sich kurz vor Unterzeichnung der Verträge anders entschieden. Wagner habe daraufhin die Pressestelle verlassen, schreibt das Magazin.

Der Job als Reiches Sprecherin gilt als „Himmelfahrtskommando“

Wagners Nachfolgerin Birgit Korte habe das Wirtschaftsministerium nach nur vier Monaten wieder verlassen, auch weitere Mitarbeiter der Pressestelle und Redenschreiber Reiches seien von ihren Aufgaben entbunden worden oder hätten das Ministerium verlassen, schreibt der „Spiegel“. In Berlin werde der Job der persönlichen Sprecherin Katherina Reiches als „Himmelfahrtskommando“ bezeichnet.

Christine Carboni darf sich auf eine üppige Entlohnung freuen

Kein Wunder also, dass Christine Carboni laut „Spiegel“ fürstlich entlohnt werden soll. Sie soll Besoldungsstufe B6 erhalten, was einem monatlichen Gehalt von 11.372 Euro entspricht und das ab Mai auf 12.042 Euro ansteigt. Angeblich soll sie auch eine sogenannte Gewinnungszulage erhalten, die nur gezahlt wird, wenn eine Bewerberin sonst nicht für die Stelle zu gewinnen wäre. So oder so wartet viel Arbeit auf Christine Carboni.

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