Kraichgau-Wahlanalyse: CDU-Kandidat Throm gewinnt, doch AfD rückt näher
Mehrere tausend Menschen waren auch im Kraichgau zur Wahl aufgerufen. CDU-Kandidat Alexander Throm geht als Sieger hervor. Doch in einigen Wahllokalen hat AfD-Kandidat Jürgen Kögel die Nase vorn.
Nach der Bundestagswahl geht Alexander Throm in den Kraichgau-Kommunen im Wahlkreis Heilbronn als Sieger hervor, Jürgen Kögel überholte ihn allerdings in einigen Wahllokalen deutlich.
Wie haben die beiden Großen Kreisstädte im Kraichgau gewählt?
CDU-Kandidat Alexander Throm konnte sowohl in Eppingen (32 Prozent) als auch in Bad Rappenau (35,8) die meisten Stimmen holen und damit Jürgen Kögel (29,6/28,9) von der AfD hinter sich lassen. Mit Blick auf die Zweitstimmen wird es zwischen den beiden Parteien etwas knapper. Trotzdem liegen die Christdemokraten mit 30 zu 29,5 Prozent in Eppingen und in der Kurstadt 30,2 zu 29,5 Prozent vorne. SPD-Kandidat Jens Schäfer holte bei seiner ersten Bundestagswahl in Eppingen 18,2, in Bad Rappenau 14 Prozent.
In welchen Wahllokalen im Kraichgau gibt es Ausreißer?
Auffällig ist, dass in der Turnhalle im Rot in der Eppinger Kernstadt die Wähler klar für Kögel votiert haben: 46,3 Prozent der Stimmen gingen an den gebürtigen Adelshofener, Throm erhielt hier nur 21 Prozent. Seine Partei rutschte sogar auf 18 Prozent der Zweitstimmen, während die AfD rund 46 Prozent erhielt. In Richen kam Kögel auf fast 38 Prozent, Throm kratzte knapp an 25. Im Bad Rappenauer Ortsteil Treschklingen stimmten rund 42 Prozent der Wähler für Jürgen Kögel, in Zimmerhof 42,2. Das Gebiet, offiziell kein Teilort, sondern zur Kernstadt gehörend, votiert traditionell mindestens konservativ.

Wie haben die Kirchardter bei der Bundestagswahl abgestimmt?
In der Gemeinde liegt Alexander Throm (35,8 Prozent) ebenfalls vor Jürgen Kögel (33). Blickt man allerdings in die Ortsteile, fällt auf: Die Berwanger sehen sowohl beim Kandidaten der AfD als auch bei der Zweitstimme die rechte Partei vorne (39,6/39,5 Prozent). Throm erreicht lediglich 28,7 Prozent, die CDU 25. In Bockschaft ist der Abstand zwar nicht ganz so groß. Aber auch dort liegen Kögel und seine Partei vorne. Auffällig hier: Der Kandidat der Grünen, Jonathan Ebert, erreicht 13,1 Prozent der Stimmen.
Stimmen bei der Bundestagswahl: Wie sieht es in Gemmingen aus?
Dort holt Alexander Throm die meisten Stimmen (32,8 Prozent), Jürgen Kögel 25,7. Die Linke würde, wenn die Fünf-Prozent-Hürde in nur in diesem Ort ausschlaggebend wäre, den Sprung in den Bundestag mit 5,65 Prozent schaffen. In keinem anderen der beleuchteten Kommunen schafft sie einen so hohen Stimmenanteil. Das BSW ist mit 4,1 Prozent ebenfalls im Vergleich recht stark. Auch Jens Schäfer von der SPD holt dort – neben seiner Heimatstadt Eppingen (18,2 Prozent) – verhältnismäßig viele Stimmen (17,6).
So haben die Ittlinger bei der Bundestagswahl abgestimmt
Dort hat Alexander Throm souverän die meisten Stimmen geholt: 37,2 Prozent sprachen sich für den CDU-Kandidaten aus. Jürgen Kögel kam auf 26,6 Prozent, Schäfer liegt mit 15,6 Prozent im Trend.
Wie haben sich die Briefwähler im Kraichgau entschieden?
Nicht in allen Kommunen wurde ein Briefwahlergebnis publiziert. Dort, wo es ein solches gibt, fällt allerdings auf: Die AfD-Wähler scheinen eher ins Wahllokal zu gehen, als die der CDU oder SPD. So konnte Throm in Bad Rappenau 41,4 Prozent dieser Gruppe überzeugen, Kögel hingegen nur 19,5. In Eppingen ein ähnliches Bild. Dort hat auch Jens Schäfer zum einzigen Mal den AfD-Kandidaten hinter sich gelassen: Er holte bei den Briefwählern 20,4 Prozent, sein Kontrahent Kögel 18,9. In den beiden Briefwahlbezirken in Bad Rappenau liegt ebenfalls Alexander Throm vorne.
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