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Editorial zur Bundestagswahl
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Deutschland hat die Wahl – zwischen Demokratie, Herausforderungen und offenen Fragen

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Deutschland wählt – und selten war eine Bundestagswahl so spannend. Wer stellt die nächste Regierung, wer schafft den Sprung ins Parlament und welche Themen sind entscheidend?


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Was in Deutschland selbstverständlich ist, das bleibt vielen Menschen vorenthalten: Wir haben an diesem Sonntag die Möglichkeit, frei und unabhängig zu wählen. Als Beweis einer lebendigen Demokratie darf der kontroverse, mitunter harte und manchmal nicht immer faktenbasierte Wahlkampf durchaus gelten. Er war in jedem Fall ein Beleg dafür, dass bei uns das möglich ist, was mancherorts verloren gegangen ist: Man kann seine Meinung frei und unbeschadet äußern. Diese Vielfalt an Aussagen prägte den Wahlkampf. Wenngleich die Zukunftsrezepte für unser Land mitunter auf der Strecke geblieben sind, weil die Themen USA, Krieg und Frieden oder Migration andere Sachthemen zu stark überlagert haben.

Bundestagswahl 2025: Klima nur Nebenrolle?

Wirtschaft und Arbeitsplätze, Innere Sicherheit, Zukunft der Sozialsysteme, Gesundheitspolitik, bezahlbares Wohnen, Bildung und die marode Infrastruktur interessieren viele Wählerinnen und Wähler mindestens ebenso. Vom Klima ganz zu schweigen, das zuletzt nur eine Nebenrolle spielte, obwohl es im Sinne der jüngeren Generationen doch eigentlich eine Hauptrolle haben müsste.

Wir haben zu all diesen Herausforderungen, die für unsere Zukunft entscheidend sind, ausführliche Themendossiers veröffentlicht – wer also noch kurz vor der Wahl einen Faktencheck benötigt, der findet diesen hier auf stimme.de. Dort gibt es am Sonntag natürlich alle aktuellen Informationen zur Bundestagswahl. Denn diese Wahl ist fürwahr eine ganz besondere in außergewöhnlichen Zeiten. 

Neues Wahlrecht bei der Bundestagswahl

Umso wichtiger ist es, wählen zu gehen. Sich Gedanken zu machen, welche Wahlkonstellation zu welchen Koalitionen führen könnte. Nie war es spannender, welche von den kleineren Parteien doch noch den Einzug ins Parlament schaffen wird. Und das wird von entscheidender Bedeutung sein. Denn mit dem neuen Wahlsystem können sich ohne Überhangs- und Ausgleichsmandate entscheidende Veränderungen ergeben, weil nicht mehr jeder Wahlkreissieger automatisch in den Bundestag einzieht. Was gerade auch die Abstimmung im Wahlkreis Heilbronn so spannend machen wird.

Rückblick und Ausblick 

In der Themenausgabe der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung/Kraichgau Stimme (Ausgabe Samstag, 22. Februar) blicken wir zurück auf die bisherigen Bundestagswahlen, auf Kanzler und Koalitionen und auf die wichtigsten Themen am Wahlsonntag. Ausführliche Grafiken erläutern die Ergebnisse der Wahlkreise Heilbronn, Schwäbisch Hall-Hohenlohe und Neckar-Zaber. Wer wird unsere Region in den hoffentlich nächsten vier Jahren in Berlin vertreten?

Dabei fällt diese Wahl in eine Zeit, in der sich die internationalen Gewichte entscheidend verschieben. Diktaturen werden von einem US-Präsidenten, der das Wort Partnerschaft ganz eigenartig definiert, wieder hoffähig gemacht. Europa gerät immer stärker unter Druck, noch dazu uneinig in wichtigen Zukunftsfragen. Zu denen gehört auch das Thema Verteidigung. Auf den Schutz durch die USA können wir uns mittelfristig nicht mehr verlassen. Ebenso wenig kann man darauf vertrauen, dass uns niemand angreift. Europa und Deutschland müssen sicherheitspolitisch selbstständig werden – und das kostet viel mehr Geld als bislang. Finanzielle Mittel, die wir eigentlich brauchen würden, um die Wirtschaft wieder flott zu bekommen. Das sind Herausforderungen, die die nächste Regierung sehr schnell angehen muss.

Unangenehme Wahrheiten

Wie man insgesamt am Ende des durch die vorgezogenen Neuwahlen bedingten kurzen Wahlkampfs konstatieren muss, dass unangenehme Wahrheiten zu oft ausgeblendet worden sind. Den Bürgern reinen Wein einzuschenken, traut man sich mit dem Blick auf die Wahlurne nur noch selten. Sonst hätte man ja sagen müssen, dass unsere alternde Gesellschaft eher länger als kürzer arbeiten müsste. Dass es statt der Vier-Tage-Woche eher Mehrarbeit ohne vollen Lohnausgleich geben müsste. Die nächste Regierung wird auf all diesen Themenfeldern Farbe bekennen müssen.

Schnelle Veränderungen nötig

Es gilt, Deutschland fit zu machen für die Zukunft. Noch kann das gelingen. Dazu braucht es eine stabile Regierung und den Mut zur Veränderung. Auch darüber stimmen wir am Sonntag ab. Und gerade deshalb sollte es selbstverständlich sein, wählen zu gehen.

 

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