Wenige Tage vor Bundestagswahl: Linke mit rasanter Aufholjagd
Der Vorsprung der Union schmilzt kurz vor der Bundestagswahl. Und eine Partei, die schon abgeschrieben war, schafft eine bemerkenswerte Aufholjagd.
Am 23. Februar wählt Deutschland. Bis dahin liefern sich die Kanzlerkandidaten in TV-Duellen Wortgefechte und touren quer durchs Land. Der Wahlkampf lohnt sich, denn es tut sich etwas bei den Umfragen zur Bundestagswahl. Besonders eine Partei kann sich über wachsenden Zuspruch der Wähler freuen, wie die aktuelle Sonntagsfrage des Instituts Yougov zeigt.
Bewegung in den Wahlumfragen: CDU verliert Stimmen
Demnach verliert die Union zwei Prozentpunkte und liegt nun bei 27 Prozent. Das ist laut Yougov der niedrigste Wert seit August 2023. Dennoch liegen CDU/CSU weiterhin auf Platz eins vor der AfD, die einen Prozentpunkt einbüßt und nun auf 20 Prozent Zuspruch kommt.
Die SPD kann hingegen einen Prozentpunkt auf nun 17 Prozent zulegen, während die Grünen bei 12 Prozent verharren.

Umfragen vor der Bundestagswahl: Die Linke zieht ziemlich sicher in den Bundestag ein
Die Linke setzt ihre Aufholjagd fort und legt um drei Prozentpunkte auf 9 Prozent zu. Damit wäre die Linke sicher im nächsten Bundestag vertreten. Wie Yougov mitteilt, ist das der höchste Wert, den die Linke während der aktuellen Legislaturperiode bei den Yougov-Umfragen erreicht hat. Die Partei punktet aktuell vor allem bei jungen Wählerinnen und Wählern, in Ostdeutschland und in städtischen Gebieten.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) muss der Umfrage zufolge weiterhin um den Einzug ins Parlament zittern. Das BSW kommt unverändert auf fünf Prozent der Wählerstimmen. Dieser Wert liegt im Bereich der Fehlertoleranz, wie Yougov betont. Die FDP liegt unverändert bei vier Prozent und würde damit den Einzug in den Bundestag verfehlen.
Den Wählern kommen einige Themen im Wahlkampf zu kurz
Für die Umfrage wurden zwischen 14. und 17. Februar 2131 Wahlberechtigte befragt. Die dominierenden Themen im Wahlkampf sind Migration und Wirtschaft. Daneben wünschen sich viele Bürger, dass die Themen Rente und Altersvorsorge (34 Prozent) sowie Wohnen und Miete (31 Prozent) eine größere Rolle spielen sollten. Auch die Themen soziale Ungleichheit und Gesundheitsversorgung (jeweils 28 Prozent) treiben die Wähler um.
Youugov-Werte weichen von anderen Umfragen stark ab
Die Umfragewerte der Yougov-Umfrage unterscheiden sich deutlich zu den Ergebnissen anderer Umfrageinstitute. Bei Insa, Forsa und Forschungsgruppe Wahlen etwa kommt die Union auf 30 Prozent, bei Infratest Dimap sogar auf 32 Prozent. Die Linke liegt bei anderen Instituten zwischen vier und sieben Prozent.
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