Trotz Urteil beim Verfassungsgericht
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Polizeieinsatz bei Hochrisikospiel: Baden-Württemberg will Kosten übernehmen

  
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Wenn gefährliche Fußballspiele anstehen, sind oft Hunderte Polizisten im Einsatz. Das kostet Geld. Innenminister Thomas Strobl erklärt, wie Baden-Württemberg damit umgeht.

Von red/dpa

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Baden-Württemberg will den Fußballvereinen die Polizeikosten für Einsätze bei Hochrisikospielen auch künftig nicht in Rechnung stellen. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Januar entschieden, dass die Bundesländer Profi-Fußballvereine grundsätzlich an den Kosten für die aufwendige polizeiliche Absicherung von solchen Partien beteiligen können.

Strobl stellt klar: „Geht um sichere Fußballspiele und nicht darum, Kasse zu machen“

Davon will der Südwesten aber nicht Gebrauch machen, wie Innenminister Thomas Strobl (CDU) der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. „Uns geht es um sichere Fußballspiele und nicht darum, Kasse zu machen“, sagte Strobl.

Mit Hochrisikospielen sind Partien gemeint, bei denen gewalttätige Ausschreitungen zwischen rivalisierenden Fangruppierungen befürchtet werden. Das BVG-Urteil war auf eine Klage der Deutsche Fußball Liga gegen das Bundesland Bremen ergangen. Dieses hatte schon 2014 beschlossen, Polizeikosten im Zusammenhang mit Hochrisikospielen auf Profi-Vereine umzulegen.

Das Land setzt stattdessen weiterhin auf die sogenannten Stadionallianzen, in denen seit der Saison 2017/2018 Polizei, Kommunen, Vereine und Fanorganisationen zusammenarbeiten. Das führe zu mehr Sicherheit und gleichzeitig zu weniger Einsatzstunden der Polizei, sagte Strobl. Die Zahl der Strafanzeigen im Spielbetrieb der ersten fünf Fußballligen seien in Baden-Württemberg in der Saison 2024/2025 um gut 33 Prozent zurückgegangen. Die Zahl verletzter Personen sei um 13 Prozent von 145 auf 132 gesunken.

Für mehr Sicherheit: Baden-Württemberg will weiterhin Polizeikosten für Hochrisikospiele übernehmen

Dennoch habe man durch weniger Einsatzstunden allein in dieser Saison eine Million Euro gespart, so Strobl. „Das entspricht in etwa der Summe, die wir unseren sechs Bundesligavereinen für die Hochrisikospiele hätten in Rechnung stellen können. Wir hätten dann aber keinerlei Sicherheitsgewinn gehabt.“ Würden die Vereine für die Einsätze aufkommen müssen, könnten sie das Geld nicht mehr für Prävention und Sicherheit ausgeben, erklärte der Minister.

Die Vereine investierten auch erheblich in die Sicherheit, sagte der Vorstandschef des VfB Stuttgart, Alexander Wehrle. „Es geht in allererster Linie darum, die Arbeitsstunden der Polizei zu reduzieren. Eine reine Kostenumverteilung ändert nichts an der Ressourcenbelastung.“

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