Müll-Spenden abzugeben, schadet den Ärmsten
Es ist gut, dass die Aufbaugilde mit den Kunden ins Gespräch kommen will. Obwohl es eine Selbstverständlichkeit ist, nur Dinge zu spenden, die in Ordnung sind.

Textilabfall ist ein wachsendes Umweltproblem, das durch die Überproduktion, den Wegfall von Abnehmermärkten und den Konsum billiger Mode verschärft wird. Hoher Wasserverbrauch, Chemikalien und die Entstehung von Mikroplastik sorgen dafür, dass dieser Industriezweig einer der größten Umweltsünder weltweit ist.
Mode aus zweiter Hand zu kaufen, ist deshalb nicht nur finanziell, sondern auch ökologisch sinnvoll.
Beim Secondhand-Kaufhaus geht es auch um Daseinsfürsorge
Bei Einrichtungen wie dem Secondhand-Kaufhaus der Aufbaugilde in Heilbronn geht es aber nicht nur um Umweltbewusstsein, sondern um Daseinsfürsorge für arme Menschen. Sie finden dort eine breite Auswahl an Artikeln. Die Kundenanalysen zeigen: Der Bedarf wird immer größer, die Bedürftigkeit wächst.
Gleichzeitig handelt es sich um ein Beschäftigungsmodell für Langzeitarbeitslose, die auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben. Wer also Müll als Spende abgibt, tritt eine gute Idee mit Füßen. Er verursacht Kosten und gefährdet ein Geschäftsmodell, das Menschen hilft, die am Rand der Gesellschaft stehen.
Aufklärung und Kommunikation sind wichtig
Dass das Sozialunternehmen mit den Kunden ins Gespräch kommen und über die Probleme aufklären will, ist gut. Manchem ist wohl der Schaden, den er verursacht, nicht bewusst. Auch wenn einem das eigentlich der gesunde Menschenverstand sagt.Ihre Meinung? petra.mueller-kromer@stimme-mediengruppe.de
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