Vorsicht vor K.o.-Tropfen beim Fasching – Innenminister Strobl warnt
Die Faschingszeit steuert auf ihren Höhepunkt zu. Da wird gelacht, geschunkelt – und meist ordentlich getrunken. Doch immer häufiger finden K.o.-Tropfen den Weg in Getränke ahnungsloser Opfer.
Kopfschmerzen, Übelkeit, Erinnerungslücken – wer an Fasching zu heftig feiert, kann am nächsten Tag schon mal mit einem Kater aufwachen. Auch im Landkreis Heilbronn wird bei den zahlreichen Faschingsumzügen gut und gerne gefeiert. Doch in den vergangenen Wochen haben die Symptome immer öfter einen anderen, deutlich ernsteren Hintergrund: K.-o.-Tropfen sollen immer wieder den Weg in die Getränke ahnungsloser Opfer finden. Thomas Strobl, der baden-württembergische Innenminister, spricht deshalb eine Warnung aus.
Warnung vor K.o.-Tropfen beim Fasching – Strobl ruft zu Vorsicht auf
Laut Strobl sind alle Narren aufgrund dersteigenden Fälle zu Achtsamkeit auf Umzügen, Feten, Prunksitzungen und an der Theke aufgerufen. „Kriminelle nutzen unverantwortlichen Alkoholkonsum aus und sind insbesondere im Schutze größerer Menschenansammlungen aktiv“, sagte der CDU-Politiker. „Dagegen kann man sich wehren. Einfach das Getränk immer im Auge behalten und achtsam sein, wenn wildfremde Menschen einen offenen Drink bringen.“
Erst Mitte Februar hatte die Polizei eine Faschingsveranstaltung im Kreis Waldshut vorzeitig beendet, nachdem sechs Menschen über typische Symptome von K.o.-Tropfen geklagt hatten. Dazu gehören plötzliche Benommenheit, Erinnerungslücken und Übelkeit. Sie waren zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden.
K.o.-Tropfen im Getränk: Steigende Fälle bei Faschingsveranstaltung
K.o.-Tropfen haben meist weder Geruch noch Geschmack, machen wehrlos und können schlimme Folgen haben. Trotz öffentlicher Aufmerksamkeit und Präventionsarbeit steigt die Zahl der Fälle. Die Polizei erfasste im Jahr 2023 171 Straftaten im Zusammenhang mit solchen Substanzen, im Jahr davor waren es noch 160, im Jahr 2021 lediglich 98 Fälle. Die Zahl der registrierten Opfer stieg im Jahr 2023 auf 162, davon waren 129 Frauen.
Die Taten laufen überwiegend nach demselben Schema ab: Die Täter schütten oder werfen die Chemikalien in die Getränke ihrer Opfer. Die Substanzen wirken üblicherweise wie Drogen. Nach einigen Minuten wird den Opfern schwindelig, sie können nicht mehr klar denken und handeln und fühlen sich, als wären sie betrunken. Kurz darauf werden sie für Minuten oder auch mehrere Stunden bewusstlos.
Hohe Dunkelziffer: Viele Opfer melden Fälle mit K.o.-Tropfen nicht
Die Täter nutzen diese Zeit für Sexualdelikte oder zum Ausrauben. Die Opfer können sich hinterher häufig nicht mehr richtig daran erinnern. Die meisten K.o.-Mittel können laut Innenministerium nur für wenige Stunden in Blut und Urin nachgewiesen werden. Die Opferschutzorganisation Weißer Ring spricht von einer hohen Dunkelziffer.
Die Polizei werde auch dieses Jahr in der närrischen Zeit präsent sein und verstärkt kontrollieren, sagte Strobl. Gerade jüngere Fastnachtsbesucher unterschätzten oftmals die enthemmende Wirkung von Alkohol und Drogen. Leider komme es während der Fastnacht auch immer wieder zu schweren und tödlichen Verkehrsunfällen. „Wer sich unter dem Einfluss von Alkohol, Cannabis oder anderen Drogen ans Steuer setzt, riskiert weit mehr als seinen Führerschein.“
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