Baden-Württemberg: CDU hängt die Grünen klar ab
Im Moment deutet alles auf einen Sieg der Union bei den Landtagswahlen 2026 hin. Doch Manuel Hagel hat noch viel Arbeit vor sich.

Die Grünen in Baden-Württemberg können sich dem Abwartstrend der Bundespartei nicht entziehen. Die aktuelle Umfrage von Infratest Dimap sieht die Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei nur noch 18 Prozent. So wenig Zustimmung hatten die Grünen im Land seit 2010 nicht mehr. Der Absturz der Partei in der Wählergunst ist bemerkenswert, denn Landesvater Kretschmann erfreut sich im Südwesten nach wie vor großer Beliebtheit. Dass er bei der nächsten Landtagswahl im Frühjahr 2026 nicht mehr antritt, dürfte bei den Umfragen eine wichtige Rolle spielen. Kretschmann stand für einen eher bürgerlichen Kurs und konnte damit auch bei konservativen Wählern im Land punkten.
Mit Manuel Hagel hat die CDU im Land gute Chancen auf den Wahlsieg
Dieser Vorteil fällt nun weg, auch wenn der voraussichtliche grüne Spitzenkandidat Cem Özdemir als pragmatischer Realo gilt. Er wird es schwer haben, denn die CDU hat anders als bei den zurückliegenden Landtagswahlen mit Manuel Hagel einen Kandidaten, dem der Sieg zuzutrauen ist: Hagel ist jung, dynamisch und konservativ - und er ist die unumstrittene Nummer eins in Partei und Fraktion. Sein größtes Manko ist seine Unbekanntheit, auch das hat die Umfrage gezeigt. Wenn zwei Drittel der Baden-Württemberger angeben, Hagel nicht zu kennen oder ihn nicht beurteilen zu können, wird klar, dass er noch viel Arbeit vor sich hat.
Hagels Nachteil ist zugleich Özdemirs Vorteil: Der anatolische Schwabe, wie er sich selbst bezeichnet, ist 89 Prozent der Menschen im Land bekannt. Gelingt es Özdemir, diese Bekanntheit in Sympathie zu verwandeln, könnte die Landtagswahl 2026 doch noch spannend werden.
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