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Anton Baron wird wohl nicht Spitzenkandidat der AfD: Das sagt der Öhringer selbst dazu

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Der Öhringer Landtagsabgeordnete Anton Baron ist Vorsitzender der AfD-Fraktion und wäre damit einer der heißesten Kandidaten für die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2026 gewesen. Doch er verzichtet darauf - und nennt nun seine Gründe.

Anton Baron, (AfD), Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Baden-Württemberg, spricht bei einer Landtagssitzung.
Anton Baron, (AfD), Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Baden-Württemberg, spricht bei einer Landtagssitzung.  Foto: Bernd Weißbrod

Die baden-württembergische AfD will mit dem Co-Landesvorsitzenden und Weidel-Vertrauten Markus Frohnmaier als Spitzenkandidaten in die Landtagswahl 2026 gehen. Der 34-Jährige aus dem Wahlkreis Böblingen ist einer von fünf stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD im Bundestag und soll beim Landesparteitag in Heilbronn Ende Mai offiziell gewählt werden. Er sei der Wunschkandidat des Landesvorstands. Darüber haben Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung und stimme.de in der vergangenen Woche berichtet.

Hohenloher werden sich nun fragen: Was ist mit Anton Baron? Der Öhringer ist seit Januar 2023 Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag und wäre damit naturgemäß einer der heißesten Kandidaten auf den Posten des Spitzenkandidaten gewesen. Gab es zunächst tagelang kein persönliches Statement von Baron, meldete er sich nun auf Anfrage der Hohenloher Zeitung zu Wort.

Das ist der offizielle Grund für Anton Barons Rückzieher

Zunächst einmal macht Baron noch einmal deutlich, dass die Kandidatur Frohnmaiers noch nicht offiziell sei: „Herr Frohnmaier wird sich Anfang Mai in einer Pressekonferenz zu einer Spitzenkandidatur erklären“, macht der Fraktionsvorsitzende deutlich. Er sei derzeit noch in einem persönlichen Entscheidungsprozess, ob er wirklich kandidiere, hatte Frohnmaier vergangene Woche selbst erklärt - aber ebenso, dass die Landtagsfraktion und ihr Chef Anton Baron ihn darin unterstützten.

Auch Baron signalisiert nun seine Unterstützung für Frohnmaier: „Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. Wir arbeiten bereits seit Jahren vertrauensvoll zusammen“, teilt er auf Anfrage mit. Warum Anton Baron nicht als Spitzenkandidat zur Verfügung steht, macht er im Folgenden klar: Er habe vor knapp über einem Jahr Nachwuchs bekommen - „und die Familie steht bei mir an erster Stelle“. Sie sei in den letzten Jahre „eindeutig zu kurz gekommen“: „Daher begrüße ich die Kandidatur von Markus Frohnmaier“, der ein Ausnahmetalent der Partei ist und „zurecht vollen Rückhalt genießt“.

Welche politischen Positionen Baron und Frohnmaier vertreten wollen

Inhaltlich sieht Anton Baron keinen großen Unterschied zwischen seinen und Frohnmaiers politischen Positionen: „Unsere Schwerpunkte überschneiden sich ganz klar: Wir wollen die illegale Migration beenden, die Wirtschaft stärken, Energiepreise senken und eine Staats- und Sozialreform umsetzen.“

Doch auch, wenn Baron nicht Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl 2026 wird: „Ich werde wieder für den Landtag kandidieren“, hatte er vor etwa einem Monat gegenüber der Hohenloher Zeitung erklärt. Als möglicher Wahlkreis-Direktkandidat oder für einen Listenplatz steht er also zur Verfügung. Einen Termin für ihre Nominierungsveranstaltung für den Wahlkreis Hohenlohe hat die AfD allerdings noch nicht bekanntgegeben - damit ist sie später dran als zum Beispiel Grüne, CDU und SPD, die ihre Hohenloher Kandidaten für die Landtagswahl in den vergangenen Wochen bereits gekürt haben.

Wie Baron seine weitere politische Zukunft, auch in Bezug auf Funktionärsposten und Spitzenämter sieht, lässt er auf Nachfrage offen: „Ich werde dort sein, wo mich meine Partei braucht“, teilt er dazu mit: „natürlich in Abstimmung mit meiner Frau“.

Das ist Markus Frohnmaier: ein Kurzporträt

Markus Frohnmaier ist Co-Vorsitzender des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg.
Markus Frohnmaier ist Co-Vorsitzender des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg.  Foto: Marijan Murat

In der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion stößt eine Kandidatur Markus Frohnmaiers allerdings nicht auf ungeteilte Unterstützung, wie unserer Redaktion am Rande des Plenartags in Stuttgart von mehreren Seiten signalisiert wurde. Frohnmaier komme von außen und habe bislang wenig Bezug zur Landespolitik gezeigt.

Frohnmaier, der als berufliche Qualifikation ein Jura-Studium ohne Abschluss angibt, gilt als Gründer der AfD-Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“ (JA) in Baden-Württemberg. Die seit 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Junge Alternative hat sich am 31. März nach einem vorausgegangenen Parteitagsbeschluss der AfD aufgelöst.

Der in Rumänien geborene Frohnmaier gilt als Vertrauter der AfD-Partei- und Fraktionschefin Alice Weidel, deren Sprecher er war. Mehrfach wurde in den vergangenen Jahren über ihn mit der Beschäftigung von Mitarbeitern aus dem rechtsextremistischen Milieu sowie Aussagen mit Nähe zum völkischen Flügel berichtet.

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