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Unterbringung von Flüchtlingen: Notunterkünfte als Ultima Ratio

  
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Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt viele Kommunen vor kaum mehr lösbare Probleme, weil sie immer weniger Wohnraum anbieten können. Die Lösung scheitert nicht am Wollen, sondern am Können, meint unser Autor.

  

Keine Frage, Menschen zu helfen, die auf der Flucht sind und eine sichere Unterkunft für sich und ihre Familienangehörigen suchen, ist ein Gebot der Menschlichkeit und sollte nicht infrage gestellt werden. Doch gerade an der Basis, sprich in den Kommunen, scheint diese Form der Hilfe nicht mehr lange leistbar.

Dabei scheitert es in der Regel nicht am Wollen, sondern am Können. Die Wohnraumkapazitäten, die für eine Anschlussunterbringung von Flüchtlingen genutzt werden können, sind gerade in kleineren Städten und Gemeinden endlich. Auf der anderen Seite steht in den Sternen, wie sich die Situation in der Ukraine entwickelt und wie viele Menschen noch gezwungen sein werden, ihre Heimat zu verlassen, bis dieser unselige Angriffskrieg ein Ende findet.

Notunterkünfte als letztes Mittel

Doch wohin mit ihnen? Die angespannte Lage am Immobilienmarkt und die beschränkte Verfügbarkeit kommunaler Gebäude, die für eine Anschlussunterbringung genutzt werden können, machen die Sache nicht einfacher. Kann eine Gemeinde die ihr zugeteilten Menschen kurzfristig nicht unterbringen, so gelten diese formal als obdachlos. Für sie müssen dann Notunterkünfte geschaffen werden - und das notfalls durch die kurzfristige Beschlagnahme etwa von Sporthallen. Eine Ultima Ratio, die viele Kommunen unbedingt zu vermeiden suchen, weil sie fürchten, den sozialen Frieden im Ort aufs Spiel zu setzen.

 

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