Rot oder grün: Es sollte eine Nachhaltigkeits-Ampel auf Produkten eingeführt werden
Unternehmen müssen ihrer ökologischen Verantwortung besser nachkommen, findet unsere Autorin. Dafür brauchen sie einen Überblick über die CO2-Emissionen in ihrer Lieferkette und Ideen, wie sie zu senken sind.
Es ist gut, wenn Unternehmen sich und anderen klarmachen, dass sie neben einer sozialen auch eine ökologische Verantwortung tragen. Denn rund ein Fünftel der gesamten weltweiten CO2-Emissionen stammen aus industriellen Wertschöpfungsketten.
Bisher hatte man eher den Eindruck, dass die Wirtschaft stets wartet, bis es politische Vorgaben gibt, die klimaschädliches Verhalten sanktionieren und die dann zähneknirschend umgesetzt werden. Klar gibt es auch Vorzeigeunternehmen beim Thema Nachhaltigkeit. Aber dass CO2-armes oder gar -neutrales Wirtschaften auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann, scheint bei vielen erst langsam durchzusickern. Kunden achten immer mehr darauf, woher Produkte stammen und wie umweltfreundlich ihre Herstellung ist.
Estainium-Mitglieder haben verstanden, dass Unternehmen und Forscher sich global vernetzen müssen
Der neu gegründete Verein Estainium, der den CO2-Ausstoß in der gesamten Wertschöpfungskette transparenter machen und reduzieren will, ist deshalb hilfreich. Er ist international aufgestellt, denn der Klimawandel macht nicht vor Ländergrenzen Halt. Er bildet eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Forschung, die dringend gebraucht wird, um neue Technologien gemeinsam zu entwickeln, zu testen und einzusetzen.
Bisher besteht der Verein nur aus 15 Mitgliedern, eines davon aus Heilbronn. Die Hoffnung ist, dass das Netzwerk schnell wächst. Dann könnte es in Zukunft in Deutschland, in Europa oder sogar weltweit eine einheitliche "Nachhaltigkeitsampel" auf Produkten geben. So manche Unternehmen werden diesen Anreiz brauchen, um von Rot auf Grün umzuschalten.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare