Risiken für das internationale Bankensystem bleiben auch nach der Credit-Suisse-Übernahme
Die aktuelle Bankenkrise in der Schweiz ist nicht vergleichbar mit der Situation aus dem Jahr 2008, meint unser Autor. Der Spruch von der Banken- und Finanzkrise "too big to fail" gilt aber immer noch.

Das Bankenbeben in der Schweiz weckt ungute Erinnerungen an die Banken- und Finanzkrise 2008. Damals verzockten sich Geldinstitute weltweit mit US-Immobilienkrediten und sorgten für eine globale Wirtschaftskrise. Banken mussten staatlich gerettet werden, um einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Legendär ist die Pressekonferenz der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück am 5. Oktober 2008, als sie die Sicherheit der Bankeinlagen der deutschen Sparer garantierten − und dadurch einen drohenden Bankrun verhinderten.
Dass Sparer in großem Stil ihr Geld vom Konto holen, ist aktuell nicht zu befürchten. Zum einen stehen die Banken in Deutschland und Europa besser da als 2008, weil die Regulierung massiv verschärft wurde. Zum anderen ist die Credit Suisse im Gegensatz zu Lehmann Brothers 2008 nicht pleite, sondern wird vom Erzrivalen UBS übernommen und vom Schweizer Staat mit Milliardensummen gestützt.
Dennoch birgt diese Lösung Risiken für das internationale Bankensystem. Denn die kleine Schweiz schafft ein riesiges Institut, das größer als die Deutsche Bank ist. Der Spruch von 2008 "too big to fail" gilt immer noch: Diese Bank ist zu groß, um unterzugehen. Im Zweifel zahlt der Steuerzahler für die Rettung.
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