Wer die Grundschulempfehlung ändern will, muss eine gute Alternative vorlegen
Ministerpräsident Winfried Kretschmann stößt eine Debatte über die Grundschulempfehlung an. Darauf kommt es bei einem neuen System an, meint unser Autor.

Die meisten Eltern in der Region halten sich an die Empfehlungen der Grundschullehrer und melden ihre Kinder an der passenden Schulart an. Dennoch gibt es zahlreiche Mütter und Väter, die nach der Devise "Mal ausprobieren" ihr Kind auf eine zu anspruchsvolle Schule schicken. Das kann gutgehen, muss es aber nicht. Am Ende ist der Ego-Trip der Eltern dafür verantwortlich, wenn Kinder an der weiterführenden Schule scheitern – mit all den negativen Begleiterscheinungen, die es geben kann. Das Gefühl des Versagens müssen nicht die Erwachsenen verarbeiten, sondern Jugendliche in einer schwierigen Lebensphase, der Pubertät.
In der Region kennen beispielsweise Real- und Gemeinschaftsschulen die Situation: Spätestens ab Klasse sieben wechseln Jugendliche zu ihnen, weil sie an den Gymnasien nicht mehr mitkommen. Die jetzige Grundschulempfehlung ist nicht perfekt. Ministerpräsident Kretschmann erwartet ein neues Modell, wenn allgemeinbildende Gymnasien wieder in neun Jahren zum Abitur führen.
Noten sind Momentaufnahme – Wie neue Systeme aussehen können ist offen
Wie das neue System aussehen könnte, ist unklar. Bildungsexperten warnen davor, nur auf Tests zu schauen. Solche Noten gelten als eine Momentaufnahme. Verantwortungslose Eltern würden ihre Kinder dann für solche Tests drillen, ihre Kinder bei der Leistung unter Druck setzen. Dazu darf es nicht kommen.
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