Kommentar zu Würth-Investition: Kollegen gesucht
Der vermehrte Einsatz von Robotern bei Würth hat mehrere Gründe, meint unser Autor.
Ja, es stimmt: Roboter, die verpacken, Artikel zusammensuchen und Pakete auf der Palette stapeln, übernehmen körperlich schwere Arbeiten und können blitzschnell berechnen, wie Ware am platzsparendsten in einem Karton untergebracht wird. Dass Würth die mechanischen Kollegen im neuen Vertriebszentrum stärker als je zuvor einsetzen wird, hat aber auch einen wichtigen anderen Grund: Es wird selbst für den größten Arbeitgeber im Hohenlohekreis immer schwieriger, das Personal für alle anfallenden Aufgaben zu finden.
Das Versprechen, dass die anstrengendsten und monotonsten Arbeiten nicht mehr von Hand gemacht werden müssen, dürfte durchaus dafür sorgen, dass die Jobs im neuen Logistikbereich attraktiver sind als anderswo. Klar ist aber auch: Mindestens 13 Arbeitsplätze muss Würth nicht mehr mit einem Arbeitnehmer aus Fleisch und Blut besetzen.
Die Rechnung ist jedoch unausweichlich: In den kommenden Jahren wird es noch schwieriger, frei werdende Stelen zu besetzen. Denn jetzt gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, während nun deutlich schmalere jüngere Jahrgänge erstmals ins Arbeitsleben treten. Würth mag dies noch mit Robotern kompensieren können, die auch der Belegschaft das Gefühl geben, in einem hochmodernen Betrieb zu arbeiten. Würths Kunden, die Handwerker, haben es ungleich schwerer, Nachwuchs zu finden.
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