Stadt Heilbronn stellt Weichen für das Wollhaus-Umfeld
Während die Stadt die Umgebung untersucht, kommen von Wollhaus-Bauherr und Architekt positive Signale für eine weitere Zusammenarbeit. Und auf dem Bildungscampus wird weiter investiert.
Das Wollhaus wird noch über Jahre ein Diskussionsthema bleiben. Das wurde unlängst bei der Verleihung der Hugo-Häring-Preise deutlich, bei der Architekten und Bauherren in Heilbronn zusammenkamen. Wenn auch von den Wollhaus-Protagonisten niemand anwesend war, so war dessen Sanierung doch in aller Munde. Architekt Franz-Josef Mattes nutzte das Forum zu einem spontanen öffentlichen Einwurf und erklärte, wie verheerend es wäre, würde sich Wollhaus-Investor Neufeld vom Architekturbüro Blocher trennen. Die Stuttgarter haben das Konzept für den Umbau vorgelegt, das zuletzt auch positive Resonanz auf dem Branchenportal "Handelsimmobilien heute" fand.
Wollhaus-Pläne in Heilbronn: Ein Architektenwechsel wäre unüblich
Als nächster Schritt muss der Entwurf für das Projekt erstellt werden, doch noch hat der Bauherr dafür keinen Auftrag erteilt. Jetzt scheint endlich Bewegung in die Sache zu kommen. Obwohl das alles nicht öffentlich besprochen wird, gibt es positive Signale für eine weitere Zusammenarbeit. Für das Projekt wäre es ein Gewinn, denn Architektenwechsel sind zu diesem Zeitpunkt eher unüblich. Auch die Stadt setzt weiter auf ein neues Gesicht für das Wollhauses. Der Gemeinderat hat diese Woche die Umgestaltung des Umfeldes auf den Weg gebracht. Zunächst wird untersucht, was rund um Busbahnhof, Klimawäldchen und Straßenraum möglich ist. Damit werden weitere Weichen gestellt, während der Investor weiterhin an Zwischennutzungen arbeitet. Sie sollten jedoch genau das bleiben. Auch wenn eine Sanierung im Bestand möglich ist, kann sie nicht das Ziel für ein solches Vorzeigeobjekt sein.
Schwarz-Stiftung will mehr für Forschung tun
Da geht noch was. Die Dieter-Schwarz-Stiftung jedenfalls arbeitet unermüdlich an der Weiterentwicklung der Bildungsstadt Heilbronn. Nach der digitalen Ausstattung an Heilbronner Schulen, KI-Park und Bildungscampus ist schon das nächste Handlungsfeld ausgemacht. Stiftungsgeschäftsführer Reinhold Geilsdörfer sagte beim Treffen des Stifterverbands, man sei im Bereich der Forschung "zu schmal aufgestellt".
Dabei hat die Stiftung seit 2018 insgesamt 41 Professuren an der Technischen Universität München gestiftet, 32 davon in Heilbronn, und zwar vollständig inklusive Ausstattung und Infrastruktur für mindestens 30 Jahre. Sicher keine Peanuts, aber offensichtlich noch nicht das Ende. Mit den bestehenden Institutionen in Heilbronn habe man einiges vor, sagt Geilsdörfer. Gespräche laufen demnach. Auch davon kann die Region nur profitieren.

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Kommentare
Thomas Gaukel am 09.11.2023 18:25 Uhr
Wenn das "Erdgeschoss" genau so renoviert wäre wie der Turm, dann sieht das Ding meiner Meinung nach ja auch nicht sonderlich besser oder schlechter aus als die Stadtgallerie.
Ich denke, viele wäre generell besser wenn man ein Zehntel dessen, was man in irgenwelche neuen Prestige-Objekte steckt in generelle Instandhaltung von bestehenden Dingen stecken würde.