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Gut überlegen

Nahrungsmittel oder Energie erzeugen? Es gilt, kluge Prioritäten zu setzen, meint unsere Autorin.

Yvonne Tscherwitschke
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Lesezeit 1 Min
Maisernte in Brandenburg
Ernte auf dem Feld eines Landwirtschaftsbetriebs: Der Mais wird sowohl für Biogasanlagen als auch als Tierfutter angebaut.  Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Egal, ob neue Freiflächen-Photovoltaikanlagen ausgewiesen oder Biogasanlagen genehmigt werden sollen: Immer geht es darum, die Interessen der Landwirte, die seit Jahr und Tag auf ihren Äckern Nahrungsmittel produzieren, mit denen jener Bauern, die darauf lieber Energie erzeugen wollen, in Einklang zu bringen. Freiflächen-Photvoltaikanlagen verhindern die Produktion von Nahrungsmitteln. Gleiches gilt für Felder, die mit Mais oder Miscanthus bestellt sind, um Biogasanlagen zu füttern. Hinzu kommt die Forderung, Ackerflächen aus der Produktion zu nehmen, um mehr Biodiversität zu schaffen. Das sind alles berechtigte Interessen.

Doch diesen Winter muss das Ziel sein, so autark wie möglich vom russischen Gas zu werden. Jedes Unternehmen mehr, das in einem Industriegebiet von einer Biogasanlage versorgt werden kann, und jede Wohnung mehr, die warm ist, weil sie an einem Nahwärmenetz hängt, sind kleine Schritte in diese Richtung. Das heißt nicht, der Energie per se wertvolle Böden zu opfern. Aber sehr wohl, gut zu überlegen, wo man was genehmigt: Energie auf Hallen- und Scheunendächern; Biogasanlagen, wo Tierhalter Input liefern; und Ackerbau, wo gute Böden sind. Denn auch eine Abhängigkeit bei Nahrungsmitteln sollte vermeiden, wer Forderungen stellen will.

 

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