Meinung
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Die Taxi-Branche braucht neue Konzepte

Inmitten der Krisen darf die Taxi-Branche nicht allein gelassen werden, meint unser Redakteur.

Wolfgang Müller
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Lesezeit 1 Min

Wer in Heilbronn ins Taxi steigt, muss tiefer in die Tasche greifen. Das ist ärgerlich, aber eine Folge mit Ansage. Denn die Branche japst im doppelten Würgegriff nach Luft. Hier sorgt die Coronapandemie seit zwei Jahren für Umsatzeinbußen. In Hochzeiten von bis zu 50 Prozent. Und da treibt der Ukraine-Krieg Inflation und Spritpreise in die Höhe. Die Folge sind höhere Betriebskosten für die Taxiunternehmen - offenbar von bis zu 50 Prozent.

In diesem Umfeld erscheint die Tariferhöhung um 20 Prozent beinahe moderat. Die Stadt Heilbronn hat dem entsprechenden Antrag der tarifgebundenen Taxi-Genossenschaft zugestimmt. Aber auch wenn die Unternehmen der Verwaltung für deren schnelle Reaktion dankbar sind, ist klar, dass das Ende der Fahnenstange nicht erreicht ist. Denn einige Heilbronner Taxiunternehmen stehen offenbar vor dem Aus. Und schon zieht eine neue Bedrohung ins Land: Das flächendeckende Neun-Euro-Ticket für den Regionalverkehr könnte weitere Fahrgäste kosten, so die Befürchtung in der Taxizentale.

Konzepte sind also gefragt, um der Branche in der Krise beizustehen. Mit dem Fifty-Fifty-Modell hat der Landkreis Heilbronn vorgemacht, wie es gehen könnte. Denn von der Idee profitieren nicht nur die Taxifahrer, sondern auch junge Menschen bis 25 Jahre. Die Stadt Heilbronn sieht darin zwar kein Modell. Geplant ist aber, Nachtbuslinien durch Ruf-Taxis zu ersetzen. An einem solchen Konzept arbeiten derzeit die Stadtwerke. Das hülfe nicht nur den Taxifahrern. Es wäre auch das Ende vieler leerer Busse, die nächtens durch die Stadt fahren.

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