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Alarm am Gasmarkt

Wladimir Putin setzt Erdgas als politische Waffe gegen Deutschland und seine Partner ein. Jetzt ist jeder Bürger in Europa gefordert – und jeder Staat.

Von von Thorsten Knuf
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Lesezeit  1 Min

Spätestens seit diesem Donnerstag sollte jedermann klar sein, dass Deutschland auf einen ziemlich ungemütlichen Herbst und auf einen noch viel unangenehmeren Winter zusteuert. Russlands Präsident Wladimir Putin setzt im Krieg gegen die Ukraine Erdgas als politische Waffe gegen den Westen ein. Seit der vergangenen Woche ist der Gasfluss nach Deutschland über die Pipeline Nord Stream 1 stark reduziert. Andere EU-Staaten bekommen bereits gar kein Gas aus Russland mehr.

Die Bundesregierung hat nun die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Das klingt nicht nur dramatisch, das ist es auch. „Gas ist von nun an ein knappes Gut“, sagt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). 

 

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Gelingt es nicht, ab sofort im großen Stil Gas einzusparen, wird Deutschland seine Speicher bis zum Beginn der nächsten Heizperiode kaum füllen können. Sollte sich der Staat gezwungen sehen, Gas zu rationieren, wird das dramatische Folgen für Produktion und Lebensqualität hierzulande haben. Die Preise für die Verbraucher sind bereits sehr hoch und werden weiter steigen.

Zwei Dinge sind neben der Beschaffung von Gas über andere Bezugsquellen jetzt wichtig: Jeder Verbraucher, egal ob privat oder gewerblich, muss prüfen, ob er einen Beitrag zum Gassparen leisten kann. Das fängt bei der Dauer der täglichen Dusche an und hört bei der Wartung der heimischen Heizung noch lange nicht auf.

Zugleich müssen sich die EU-Staaten unterhaken: Nationale Reflexe helfen in dieser Gaskrise nicht weiter. Niemand sollte auf die Idee kommen, den Partnern Gas vorzuenthalten. Wenn es in einem Land eng wird, müssen die anderen helfen. Tun sie es nicht, hat Putin politisch gewonnen. Er will Not, Neid und Zwietracht in Europa und in den westlichen Gesellschaften säen. Den Gefallen sollte man ihm nicht tun.

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