Wal im Livestream: „Timmy“ bewegt sich und schwimmt
Schafft es der Buckelwal „Timmy“ in die Freiheit? Am Montag ist im Livestream Bewegung zu sehen. Der Wal hatte es geschafft, sich freizuschwimmen – inzwischen scheint er wieder festzusitzen.
Der Wasserpegel vor der Insel Poel ist über Nacht gestiegen. Wie im Livestream am Montagmorgen (20. April) zu sehen war, konnte sich der Buckelwal „Timmy“ vorübergehend freischwimmen. Doch inzwischen hat sich die Situation geändert: „Timmy“ scheint wieder festzusitzen. Derweil weist Greenpeace darauf hin, dass das Tier aktuell einen „Megastress" durch die Boote habe. Schafft es der Buckelwal aus der Bucht in tiefere Gewässer? Der Wal im Livestream.
Buckelwal in der Ostsee im Livestream: „Timmy“ bewegt sich
Von Helfern der Rettungsaktion war im Livestream am frühen Morgen zunächst nichts zu sehen. Die Wasserschutzpolizei war als Erstes vor Ort. Später sind zwei Schlauchboote hinzugekommen, inklusive einer Tierärztin. Damit ist "Plan B" angelaufen. „Timmy" soll ins offene Meer begleitet werden, am besten bis in den Atlantik, falls es das Tier zulässt. DLRG-Boote waren auf Stand-by, für den Fall, dass der Buckelwal losschwimmt. Ob das gelingt, wird sich zeigen.
Buckelwal schwimmt in Bucht: Boote versuchen, „Timmy“ in die Ostsee zu treiben
Die Situation ändert sich ständig – ob es „Timmy" in tiefere Gewässer schafft, bleibt offen. Am Montagmorgen wechselte der Buckelwal mehrfach seine Richtung. Menschen versuchten von Booten aus vergeblich, ihn anhaltend in Richtung offene Ostsee zu treiben. „Der ist weiter in die Bucht geschwommen", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Demnach änderte das Tier ständig die Richtung. Auf Livestreams waren zeitweise im Hintergrund schon Hafenanlagen von Kirchdorf am Ende der Bucht zu sehen.
Gegen neun Uhr bewegte sich der Wal wieder für mehrere Minuten in die andere Richtung, die aus der Bucht hinausführt. Dabei wurde der Wal von mehreren Booten der DLRG begleitet. Schon seit etwa 7:30 Uhr wird versucht, ihn in Richtung offene Ostsee zu treiben. Bild-Informationen zufolge ist kein Peilsender an „Timmy" angebracht worden, wie zunächst geplant war.
Motorenlärm durch Boote rund um den Buckelwal: „Stress für das Tier ist enorm"
Gegen 10 Uhr scheint der Buckelwal wieder festzusitzen. Im Livestream ist zu sehen, wie das Tier nahe von Fahrwassertonnen zu liegen scheint. Nach Einschätzung der Umweltorganisation Greenpeace bedeutet die aktuelle Situation für den Buckelwal vor Poel eine hohe Stressbelastung. „Das ist natürlich ein Megastress für das Tier", sagte ein Organisationssprecher. Der Wal habe die letzten Jahre ohne Kontakt zu Menschen verbracht, nun gebe es ständig Aktivitäten. Das Tier müsse sich erst einmal von den vergangenen Tagen erholen und sei nun Motorenlärm von den Booten ausgesetzt. „Der Stress für das Tier ist enorm."
„Timmy“ ist bereits drei bis fünf Kilometer geschwommen
Allerdings: Nach Kenntnis des Schweriner Umweltministeriums sei der Wal nicht erneut gestrandet. Helfer auf den Booten gingen davon aus, dass sich das Tier frei bewegen könne, sagte eine Ministeriumssprecherin. Der Wal habe am Morgen schätzungsweise drei bis fünf Kilometer zurückgelegt.
Nun soll dazu gebracht werden, sich wieder weiterzubewegen. Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die den privaten Rettungsversuch mitfinanziert, bestätigte, dass das Tier demnächst wieder mobilisiert werden soll. Man werde eine „sehr ruhige Aktion durchführen, die hoffentlich zum Erfolg führt. Es ist ein Nadelöhr, durch das er durch muss".
Wal muss durch die überwiegend flache Wismarbucht, um in die Ostsee zu gelangen
Ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums sagte, nach seinem Wissen ist auch der Ausgang des Kirchsees teils sehr flach. Der Wal müsste demnach einen Bogen schwimmen, um gut herauszukommen. Das Fahrwasser sei etwa zweieinhalb bis drei Meter tief. Ansonsten sei die Bucht etwa zwischen 90 Zentimeter und 1,10 Meter tief. Deutlich tiefer ist seinen Angaben nach das Fahrwasser der sich anschließenden Wismarbucht. Dieses sei mindestens mehr als neun Meter tief. Durch die Wismarbucht müsste der Wal schwimmen, um in die Ostsee zu gelangen.
Wal "Timmy" war bereits seit Anfang März in der Ostsee unterwegs
Der geschwächte Wal lag 21 Tage in der Wismarbucht vor der Insel Poel. Seit Anfang März war der Wal immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich Experten zufolge wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Vor Poel hatte er sich zum dritten Mal festgesetzt. Der Wal ist auch als „Timmy“ oder „Hope“ bekannt.

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