Washington (dpa)
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US-Regierung senkt Zahl der für Kinder empfohlenen Impfungen

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Der Gesundheitsminister ist ein Impfskeptiker. Das hat konkrete Folgen. Die neuen Impfempfehlungen orientierten sich an anderen entwickelten Ländern, heißt es. Welche Impfungen könnten nun ausfallen?

Kinder in den USA sollen nach dem Willen der US-Regierung künftig weniger Impfungen erhalten. (Symbolbild)
Kinder in den USA sollen nach dem Willen der US-Regierung künftig weniger Impfungen erhalten. (Symbolbild)  Foto: Markus Scholz/dpa

US-Präsident Donald Trumps Regierung rät künftig zu deutlich weniger Impfungen für Kinder als bislang. Die Impfempfehlung solle nur noch für die elf «schwerwiegendsten und gefährlichsten Krankheiten» gelten, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. «Eltern können ihren Kindern weiterhin alle Impfungen verabreichen lassen, falls gewünscht», schrieb Trump weiter. Die Kosten dafür würden weiter von den Krankenkassen übernommen.

Bis Ende 2024 waren laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC noch 17 Immunisierungen für Kinder vorgesehen. Zu den Impfungen, die nun nicht mehr allgemein empfohlen werden, gehören jene für Rotaviren, Hepatitis A, Hepatitis B, RSV-Infektionen, Meningokokken B und Meningokokken ACWY. Das ging aus einer Übersicht der US-Gesundheitsbehörde CDC hervor. 

Ankündigung zur Überarbeitung bereits vor einem Monat

Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. steht Impfungen sehr skeptisch gegenüber. Die Überarbeitung der Impfempfehlungen für Kinder war bereits Anfang Dezember angekündigt worden. Die Empfehlungen sollten dabei mit denen anderer Industrieländer verglichen werden. Zur Begründung hieß es, mit Impfungen gegen so viele Krankheiten nähmen die USA eine «Sonderstellung» im Vergleich zu anderen Industrienationen ein. Deutschland sehe Impfungen gegen 15 Krankheiten vor, in Dänemark seien es nur zehn. Tatsächlich listet das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Webseite Impfungen gegen 14 Infektionskrankheiten und Erreger.

Der US-Berufsverband der Kinderärzte (AAP) kritisierte die neuen, eingedampften Impfempfehlungen als «gefährlich und unnötig». Weiter hieß es: «Die Vereinigten Staaten sind nicht Dänemark, und es gibt keinen Grund, den dänischen Impfplan den amerikanischen Familien aufzuzwingen.» Die Krankheitsrisiken und Gesundheitssysteme beider Länder würden sich «erheblich» voneinander unterscheiden.

US-Gesundheitsbehörde: Impfpläne von 20 Ländern verglichen

Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Montag mitteilte, wurden bei der jüngsten Neubewertung 20 «vergleichbare Industrieländer» herangezogen. Weiterhin empfiehlt die Behörde nun noch in den USA Impfungen gegen: 

  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)
  • Pneumokokken
  • Polio
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Humane Papillomviren (HPV)
  • Varizellen (Windpocken)

Eltern könnten jederzeit mit ihren Kinderärzten über mögliche weitere Impfungen sprechen, hieß es.

Der US-Impfplan soll auf Weisung von Präsident Donald Trump auf den Prüfstand. (Archivfoto)
Der US-Impfplan soll auf Weisung von Präsident Donald Trump auf den Prüfstand. (Archivfoto)  Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
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