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US-Konzern in Nöten

Tupperware offenbar vor Insolvenz – Firma drücken laut Bericht 700 Millionen Dollar Schulden

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Mit bunten Schüsseln und Boxen aus Kunststoff hat Tupperware weltweit Haushalte geprägt und mit Verkaufspartys die Vertriebswelt aufgemischt. Jetzt steht der US-Konzern laut einem Medienbericht vor der Insolvenz.

von dpa und Chris Petersen

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Bereits im April war der Frischhaltedosen-Hersteller Tupperware wegen Liquiditätssorgen an der Börse heftig unter Druck geraten. Mit Plastikdosen als Verkaufsschlager und Tupper-Partys als innovativem Vertriebskanal war der US-Konzern jahrzehntelang sehr erfolgreich, doch die Zeichen stehen schon länger auf Krise. An der Börse war Tupperware bereits 2020 fast abgeschrieben, dann gelang jedoch ein Comeback.

Nun steht Tupperware Brands laut einem Bericht des Medienunternehmens Bloomberg vor dem Aus. Demnach sollen auf dem Haushaltswaren-Unternehmen Schulden in Höhe von 700 Millionen US-Dollar lasten. Vor der Entscheidung, Insolvenzantrag zu stellen, hätte es langwierige Verhandlungen zwischen der Firma und ihren Kreditgebern gegeben. Noch in dieser Woche könnte Tupperware Gläubigerschutz beantragen, heißt es in dem Bericht.

Eine Frischhaltedose der Marke Tupperware steht auf einem Tisch. Der Konzern steht laut einem Bericht kurz vor dem Aus.
Eine Frischhaltedose der Marke Tupperware steht auf einem Tisch. Der Konzern steht laut einem Bericht kurz vor dem Aus.  Foto: Lisa Ducret

Tupperware vor dem Aus? Die Küchenwelt mit bunten Schüsseln aufgemischt

Wie konnte es so weit kommen? Das bald 80 Jahre alte Unternehmen, dessen Gründer Earl Tupper 1946 die Küchenwelt mit seinen bunten "Wunderschüsseln" aufmischte, steht schon länger mit dem Rücken zur Wand. Die bunten Schüsseln und Boxen von Tupperware haben Haushalte fast rund um den Globus geprägt und es sogar als Design-Klassiker in Museen und Kunstausstellungen geschafft.

Auch in Deutschland verbreiteten sich die luftdicht verschließbaren Behältnisse, deren Kunststoffdeckel beim Schließen den charakteristischen Laut von sich geben, seit den frühen 1960er Jahren rasant. Als Erfolgskonzept erwiesen sich Gründer Tuppers Haushaltsprodukte vor allem in Kombination mit Marketing-Genie Brownie Wises Idee der Tupperparty.

Tupper-Verkaufspartys noch zeitgemäß?

Doch dieses Modell ist in der Ära des E-Commerce kaum noch zeitgemäß. Während sich der Einzelhandel in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr ins Internet verlagert hat, wo Shopping-Giganten wie Amazon oder Alibaba mit enormer Marktmacht die Preise drücken, setzte Tupperware lange Zeit unbeirrt weiter auf seine klassischen Verkaufswege – und auch auf vergleichsweise teure Produkte.

Erst unter Konzernchef Fernandez, der im April 2020 nach einem Führungschaos übernahm, setzte Tupperware konsequent auf digitale Verkäufe – und war damit zeitweise durchaus erfolgreich. In der Pandemie, als viele Menschen zu Hause ihre Kochkünste ausprobierten, florierte das Geschäft. Doch dieser Boom wirkt inzwischen zunehmend wie ein Strohfeuer.

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