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Schwitzen ist besser als sein Ruf: Vier Schweiß-Mythen im Check

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Mit der Hitze kommt der Schweiß: Und der gilt weiterhin oft als Tabu. Zu Unrecht, denn schwitzen ist lebensnotwendig. Welche Schweiß-Mythen stimmen – und welche nicht. 


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Deutschland und die Region Heilbronn ächzen unter der ersten Hitzewelle des Jahres. Schatten suchen, die Mittagssonne meiden und ausreichend trinken lautet die Devise in diesen Tagen. Bei so hohen Temperaturen schwitzen wir mehr – und das ist gut so. Zwar möchte niemand nassgeschwitzt im Büro ankommen oder den Tag mit Schweißflecken auf der Kleidung verbringen, doch Schwitzen ist besser als sein Ruf.

Schwitzen im Sommer: Vier Schweiß-Mythen im Check

Bis zu vier Millionen Schweißdrüsen besitzt ein Mensch über den gesamten Körper verteilt: Sie sind sozusagen die körpereigene Klimaanlage. Schweiß dient allem voran dazu, den Wärmehaushalt zu regulieren und den Körper bei Hitze herunterzukühlen.

Die Schweißdrüsen werden über das autonome Nervensystem gesteuert und sondern ein wässriges Sekret ab. Verdunstet dieses Sekret auf der Hautoberfläche, entsteht Kälte, die der Haut überschüssige Wärme entzieht und dafür sorgt, dass die Körperkerntemperatur nicht unkontrolliert ansteigt. Schwitzen ist also lebensnotwendig und trotzdem halten sich einige Mythen darüber hartnäckig. Unsere Redaktion hat sich vier davon angeschaut.

Mythos 1: Sportliche Menschen schwitzen mehr

Das stimmt, beziehungsweise sie schwitzen schneller. Je besser eine Person trainiert ist, desto schneller reagiert der Körper darauf, die Körpertemperatur schnell und effizient runterzukühlen. Mehr zu schwitzen, ist also auch ein Trainingseffekt. Bei körperlicher Belastung steigt die Körpertemperatur und je häufiger und länger man trainiert, desto besser lernt der Körper auf diese Belastung zu reagieren. 

Mythos 2: Wer schwitzt, der müffelt

Jein. Schweiß besteht hauptsächlich aus Wasser. Jedoch besitzt jeder Mensch zwei Arten von Schweißdrüsen: ekkrine und apokrine. Die ekkrinen Schweißdrüsen sind über den gesamten Körper verteilt und produzieren einen geruchlosen Schweiß. Die apokrinen Schweißdrüsen dagegen sitzen in den Haarfolikeln von Kopfhaut, Achselhöhlen und Leisten. Vermischt sich der apokrine Schweiß mit Bakterien auf der Haut, entsteht ein unter Umständen geruchsintensiver Schweiß. Dieser Geruch kann auch durch Bakterien in der Kleidung verstärkt werden.

Warum Schwitzen weder beim Abnehmen noch beim Entgiften hilft

Mythos 3: Je mehr man schwitzt, desto mehr Fett verbrennt man

Dieser Mythos hält sich besonders bei Menschen, die abnehmen wollen, doch er ist falsch. Beim Schwitzen verliert der Körper Wasser, kein Fett. Deshalb stimmt es auch nicht, dass Besuche in der Sauna bei der Fettverbrennung helfen. Jeder kurzzeitige Gewichtsverlust in Verbindung mit Schwitzen oder Sauna liegt am Wasserverlust des Körpers. Will man abnehmen, sollte man sich auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung konzentrieren sowie auf ein temporäres Kaloriendefizit. 

Mythos 4: Schwitzen entgiftet den Körper

Das stimmt nicht. Es gibt vereinzelte Studien, die zeigen, dass in Schweiß kleine Mengen an Schwermetallen wie Nickel, Blei oder Kupfer enthalten sind. Auch Abfallstoffe oder abgestorbene Hautzellen können über den Schweiß transportiert werden, aber eben in sehr kleinen Mengen. Stoffe aus dem Körper auszuscheiden, die er nicht braucht, ist hauptsächlich die Aufgabe von Organen wie Nieren, Leber und Darm. Die Behauptung, dass Schwitzen den Körper entgiftet, ist deshalb irreführend. 

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