Lindt und Co.
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Trotz sinkender Kakao-Preise: Schoko-Osterhasen in diesem Jahr teurer

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Preise für Kakao und Schokolade sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Obwohl die Kakao-Preise aktuell wieder sinken, sind Osterhasen 2026 teurer als im Vorjahr. 

Von red/dpa

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Anfang April ist Ostern – in den Supermärkten und Discountern stehen die entsprechenden Süßigkeiten bereits seit einigen Wochen. Wer genau hinschaut, könnte bemerkt haben, dass die Preise für Osterhasen von den großen Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero gestiegen sind. 

Osterschokolade ist 2026 teurer: So viel kostet der Goldhase von Lindt 

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat einen genauen Blick auf die Preise geschaut – Sonderangebote und Eigenmarken von Discountern und Supermärkten sind dabei nicht berücksichtigt worden. Die Preise sind je nach Größe und Marke sieben bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr. 

Die 100-Gramm-Schokohasen von Lindt ist im Vergleich zum März 2025 um 70 Cent teurer (Preisanstieg von +16 Prozent). Die 50-Gramm-Lindthasen sind 50 Cent (+18 Prozent) teurer.

Für ein Kilo Schokolade sind beim sogenannten Goldhasen hochgerechnet nun bis zu 65 Euro fällig. Die Produkte der bekannten Markenhersteller waren bereits im vergangenen Jahr teurer geworden

Heilbronner Handelsprofessor zu Osterhasen: „Marken können hohe Preise verlangen“

„Marken können hohe Preise verlangen“, sagt Handelsprofessor Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn. Viele bekannte Hersteller hätten in den vergangenen Jahren bei Schokolade, Kaffee oder Kosmetik überproportional die Preise erhöht. Lindt-Schokolade sei inzwischen teurer als hochwertiges Frischfleisch.

Kortum sieht einen zunehmenden Wettbewerb der Luxusgüter. „Premium funktioniert, solange der wahrgenommene Mehrwert klar höher ist als bei Alternativen.“

Philipp Hennerkes, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, sagt: „Marken wie Lindt haben eine enorme Zugkraft, der Kunde verlangt sie im Supermarkt. Gleichzeitig ist die Preissensibilität weiterhin hoch.“ Es werde spannend, wie lange Verbraucher die Preiserhöhungen noch mitmachten.

Schoko-Osterhasen teurer, trotz sinkender Kakaopreise – das sind die Gründe

Die Rohkakaopreise an den Börsen sind zuletzt wieder deutlich gesunken, weil in Westafrika mehr Kakao geerntet wurde. Der von der internationalen Kakaoorganisation (ICCO) ermittelte Tagespreis lag Anfang März bei knapp 2.600 Euro pro Tonne – also etwa auf Vorkrisenniveau von 2023.

Experten begründen das auch mit der schwachen Nachfrage und rechnen sogar mit einem Überangebot. Supermärkte und Discounter haben kürzlich die Preise zahlreicher Eigenmarkenprodukte reduziert. Warum wurden die Schoko-Osterhasen trotzdem teurer? 

Kakao wird langfristig eingekauft – Auswirkungen auf Schokoladenpreis verzögert sich

Hersteller Lindt & Sprüngli teilt auf dpa-Nachfrage mit, dass Kakao langfristig eingekauft werde, um eine uneingeschränkte Verfügbarkeit zu gewährleisten. „Daher wird es einige Zeit dauern, bis wir die Auswirkungen niedrigerer Kakaopreise spüren werden.“

Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass andere Kosten, etwa für Rohstoffe wie Nüsse und Verpackungen, weiterhin hoch seien. Um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, seien „sorgfältig abgestimmte, marktspezifische Preiserhöhungen“ nötig. 

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie wirken sich Rohpreisentwicklungen oft erst nach mehreren Monaten im Handel aus. Trotz sinkender Preise an der Börse zahlten viele Unternehmen „weiterhin die höheren Preise, die im Laufe des Jahres 2025 vereinbart wurden“. Eine Anfrage an Milka-Hersteller Mondelez blieb unbeantwortet. 

Preise für Kakao und Schokolade in den vergangenen Jahren stark gestiegen 

In den vergangenen Jahren hat sich Schokolade stark verteuert. Wegen befürchteter Ernteausfälle in Westafrika durch Pflanzenkrankheiten und Extremwetter stieg der ICCO-Tagespreis 2024 zeitweise auf deutlich mehr als 10.000 Euro pro Tonne. Hersteller und Händler gaben die gestiegenen Rohstoffkosten an Kunden weiter.

Laut Statistischem Bundesamt war eine Tafel Schokolade im Januar 70 Prozent teurer als 2020, Riegel und andere Schokoladenerzeugnisse 75 Prozent. 

Die höheren Preise schrecken Verbraucher ab, sie griffen zuletzt seltener zu Schokolade. Laut einer YouGov-Umfrage isst jeder Zweite deutlich oder etwas weniger als vor zwei Jahren, 39 Prozent etwa gleich viel, nur fünf Prozent mehr.

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