Attacke am Holocaust-Denkmal in Berlin – Rätseln über das Motiv
Ein blutiger Angriff - mitten im Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Die Polizei meldet einen schnellen Erfolg. Doch es gibt noch viele Fragen.
Nach dem Angriff auf einen Mann am Holocaust-Mahnmal in Berlin soll der mutmaßliche Täter nach Angaben der Staatsanwaltschaft heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Identität des Mannes ist nach Angaben eines Behördensprechers noch nicht zweifelsfrei geklärt. Die Polizei hatte den mutmaßlichen Täter am Freitagabend rund drei Stunden nach der Tat im Bereich des Mahnmals festgenommen. Der Mann hatte nach Schilderung der Polizei bei seiner Festnahme Blut an den Händen.
Er soll einen 30 Jahre alten Touristen aus Spanien im Stelenfeld des Mahnmals schwer verletzt haben - laut Polizei mit einem spitzen Gegenstand. Ob die Tatwaffe - laut Polizei möglicherweise ein Messer - gefunden wurde, konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft noch nicht sagen.

Angriff am Holocaust-Denkmal in Berlin: Suche mit Hunden und Hubschrauber
Zahlreiche Polizisten hatten bis in die Nacht den Bereich um das Mahnmal, das in der Nähe des Brandenburger Tors und der US-Botschaft liegt, abgesucht. Im angrenzenden Tiergarten waren Beamte mit Spürhunden unterwegs. Auch ein Polizeihubschrauber war an der Suche beteiligt.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen im Laufe des Tages weitere Informationen veröffentlichen zum Stand der Ermittlungen. Das Opfer war den Angaben nach am Abend in einem stabilen Zustand.
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas des Architekten Peter Eisenman war im Mai 2005 der Öffentlichkeit übergeben worden. Mit dem Stelenfeld und einem unterirdischen Informationsort wird in der Hauptstadt nahe dem Brandenburger Tor an die rund sechs Millionen ermordeten Juden unter der Herrschaft des Nationalsozialismus erinnert.
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