Hohe Chancen auf Polarlichter im März – wann die Bedingungen besonders gut sind
Im März sind die Grundbedingungen für Polarlichter gut. Stimmt das Timing, könnte das bunte Spektakel auch über Baden-Württemberg zu sehen sein. Welche Faktoren eine Rolle spielen.
Hin und wieder schaffen es die Polarlichter bis nach Baden-Württemberg – auch in der Region waren sie zuletzt zu sehen. So leuchteten erst Ende Januar Polarlichter am Nachthimmel über der Region Heilbronn und Hohenlohe. Wer das Spektakel verpasst hat, könnte im März noch mal die Chance bekommen. Allerdings: Die Vorhersage gestaltet sich schwierig. Welche Faktoren für das bunte Spektakel entscheidend sind und wie die Vorhersage funktioniert.
Bedingungen für Polarlichter über Deutschland sind im März besonders gut
Wie die Tagesschau berichtet, hoffen Experten im März rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche Mitte des Monats (20. März) auf Polarlichter am Himmel über Deutschland. Die Ausgangsbedingungen seien grundsätzlich gut. Die Aktivität der Sonne ist aktuell immer noch hoch.
Damit generell Polarlichter am Nachthimmel zu sehen sind, braucht es einen „Ausbruch“ geladener Sonnenteilchen. Treffen die Teilchen eines sogenannten Sonnensturms auf die Erdatmosphäre, werden die Gasmoleküle unserer Lufthülle aufgeladen und das bunte Leuchten entsteht.
In den Polarregionen sind die Lichter besonders häufig zu sehen – weil das Magnetfeld der Erde die geladenen Teilchen der Sonne zu den Polen lenkt. Daher ist das bunte Spektakel vor allem über den nördlichen Ländern wie Schweden, Norwegen und Finnland deutlich häufiger zu sehen als bei uns. Die Polarlichter über dem Nordpol werden auch Nordlicht (Aurora borealis) genannt. Ist ein Sonnensturm besonders stark, können es die Polarlichter aber auch deutlich weiter in den Süden schaffen – bis nach Baden-Württemberg und darüber hinaus.
Wovon hängt es ab, ob Polarlichter zu sehen sind? Diese Faktoren sind entscheidend
Wieso stehen die Chancen auf Polarlichter im März gut? Wie die Tagesschau erklärt, stehen die Magnetfelder der Erde und Sonne in einem günstigen Winkel zueinander, „was die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern erhöht, sogar in den südlicheren Breitengraden von Deutschland und Mitteleuropa“.
„Die Häufigkeit des Auftretens von Polarlichtern hängt von der Sonnenaktivität ab. Insbesondere bei so genannten Sonneneruptionen werden viele geladene Teilchen von der Sonne ausgestoßen, und es treten zwei bis drei Tage später besonders starke und weit verbreitete Polarlichter auf, die dann unter Umständen nicht nur in den Polarregionen, sondern auch in Mitteleuropa beobachtet werden können“, erklärt der Physiker Michael Schmiedeberg vom Max-Planck-Institut.
Wie funktioniert die Vorhersage von Polarlichtern?
Allerdings: In welcher Nacht mit Sicherheit Polarlichter zu sehen sind, lässt sich im Voraus nicht zuverlässig vorhersagen. Durch Beobachtungen kann lediglich anhand von Sonnenflecken erkannt werden, dass es Aktivität gibt und Teilchen ins All geschleudert werden. „Flecken“ auf der Sonne sind ein optischer Hinweis auf einen Sonnenausbruch.
Dann kann es Stunden bis Tage dauern, bis die Teilchen auf die Erde treffen und Polarlichter entstehen. Falls die Teilchen von der Sonne überhaupt in Richtung Erde geschleudert werden.
„Aurora-Prognosen“: Polarlichter können kurz nach Sonnensturm entstehen
Eine Sonde der NASA-Mission „DSCOVR“ liefert zusätzlich Daten zu geladenen Teilchen, die als Sonnensturm in Richtung Erde unterwegs sind und den Satelliten passieren. Ist es so weit, lässt sich sagen, dass der Sonnensturm mit Sicherheit auf die Erde treffen wird – und Polarlichter zu sehen sind.
Allerdings: Ab diesem Punkt dauert es nur noch eine halbe bis Dreiviertelstunde, bis die Teilchen auf die Erdathmosphäre treffen und sich der Himmel bunt färbt. Bedeutet: Wer Polarlichter sehen möchte, sollte entsprechende Webseiten und Apps mit „Aurora Prognosen“ stetig im Blick haben und regelmäßig aktualisieren.
Die Europäische Weltraumagentur ESA arbeitet allerdings daran, dass die Polarlichter-Prognosen besser werden sollen. Ein neuer Satellit „Vigil“ soll 2031 dafür starten.

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